Alte Weihnachtsbräuche im Gebirge

Es gab und gibt im Alpengebiet in der Zeit vor dem Weihnachtsabend viele alte Bräuche, die teils noch aus heidnischer Zeit stammen. Der ein oder andere davon mag heutzutage ein wenig seltsam erscheinen, während uns andere noch geläufig sind.

In diesem Beitrag finden Sie einen kurzen Überblick und gelangen über die Links im Text zur ausführlichen Beschreibung des jeweiligen Brauches.

Wen beschenkt die heilige Lucia?

Einer Tiroler Legende zufolge erscheint die Heilige Luzia in einer langen Dezembernacht und bringt Licht zu den Menschen. In Tirol und im bayrisch-österreichischen Raum zieht die Leuchtende am Morgen der ehemaligen Wintersonnenwende, dem 13. Dezember, von Haus zu Haus und beschenkt die Mädchen mit Süßigkeiten. Die Jungen gehen leer aus, weil sie bereits am 6. Dezember etwas vom Nikolaus bekommen hatten.

Was geschieht an den drei Donnerstagen vor Heilig Abend?

Die Nächte an den drei Donnerstagen vor der Heiligen Nacht galten seit alters her als besonders verhext und viele Geister sollen dann ihr Unwesen treiben. Diese Nächte werden auch Klopfnächte oder Klöpflestage genannt, in der Schweiz Bocsel-, Bossel- oder Bolsternächte, in Kärnten Klöckerabende. Nach alter Tradition ziehen in diesen Nächten abenteuerlich verkleidete Gestalten umher, um die Geister zu vertreiben: Sie hämmern mit Stäben und Fäusten laut gegen Türen und Fenster oder werfen Steinchen. Dabei rufen sie: „Glück ins Haus, Unglück raus“.

Warum fürchten die Menschen die Rauhnächte?

Die Thomasnacht ist der Beginn jener berüchtigten Tage und Nächte „zwischen den Jahren“, die die Menschen seit je her wegen der Zeit der Dunkelheit besonders gefürchtet haben. Sie werden Rauhnächte genannt.

Laut Überlieferung passiert in dieser längsten Nacht des Jahres oder auch in der Heiligen Nacht so einiges im Stall: Ob es wirklich wahr ist, dass einige Tiere dann sprechen können?

Welche Lärmumzüge gibt es?

Es gibt verschiedene Ausprägungen der Lärmumzüge.

Eine Tradition aus Salzburg und Zell am See aufgreifend ziehen auch im Alpenvorland die „schlechten Perchten“ lärmend um die Äcker und von Hof zu Hof. Beim Perchtenlauf tragen die Burschen groteske selbstgeschnitzte Masken, sind in zottige Fellgewänder gehüllt und tanzen und trommeln im Feuerschein.

Das Buttnmandllaufen am 1. und 2. Adventssonntag oder 6. Dezember im Berchtesgadener Land ist ähnlich. Die maskierten jungen Burschen hängen sich hierbei schwere Kuhglocken um den Hals. Kettenrasselnde Teufel (die „Gangerln“) begleiten sie. Gemeinsam erschrecken sie Kinder und junge Mädchen.

Welche Frau wird umhergetragen?

In Salzburg und in der Steiermark tragen junge Burschen in der Adventszeit eine Tafel, die der Heiligen Jungfrau gewidmet ist und „Frauentafel“ genannt wird, von Haus zu Haus. Das Frauentragen endet jedes Mal mit einem Gebet vor der Tafel, anschließendem Imbiss und Tanz. Am nächsten Abend geht es zum nächsten Haus oder Hof.

In Kufstein war es früher Sitte, dass die Familie, die die Heilige Frau beherbergte, einem Armen zu essen gab. In Bayern und Oberösterreich wird die „Herbergssuche“ gespielt. Zum Nachbarhaus gebracht wird hierbei jedoch von den „Frauenträgern“ ein Kästchen, in dem Wachsfiguren von Maria und Josef stehen, oder eine Madonna.

Für wen der Lärm?

Im Berchtesgadener Land begrüßen die Weihnachtsschützenvereine mit Böllerschüssen das Christkind, sie „schießen das Christkind“ an.

Was sind arme Seelen?

Bis heute soll es in abgelegenen Alpentälern teilweise noch üblich sein, am Heiligen Abend auf Stroh oder auf dem Boden zu schlafen und den armen Seelen die Betten zu überlassen. Auch werden für die armen Seelen beim Festgericht vom „Bachlkoch“ die Reste auf dem Tisch gelassen. Dafür wird sogar eigens Seelen-Gebäck gebacken.

 

Weiterführendes:

› Viele Weitere Advents- und Weihnachtsbräuche, teils bebildert, finden Sie in unserem Brauchtumslexikon
› Christliche Weihnachtsgeschenke kaufen

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