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Inhalt:
1. Einführung1.1 "Geh aus, mein Herz, und suche Freud"
1.2 Das Herz und seine Symbolik: Von der Antike bis heute
1.3 Zur Symbolik des Olivenbaums
2. Bibeltexte und Gebet
2.1 Das Herz und seine Symbolik
2.2 Das Symbol des Olivenbaums
2.3 Der Ruf der Freude und zum Vertrauen in Gott
2.4 Gebet zu den Gedanken von Paul Gerhardt und den Symbolen des Herzens und Olivenbaums
3. Bildbetrachtung
3.1 Die Farben de Glaubens: Vielfalt, Hoffnung und göttliches Licht
4. Meditation / Reflexion
5. Jetzt gibt's was auf die Ohren
6. Schulstunde für Kinder zum Thema: Herz, Farben,...
6.1 Ziel der Stunde
6.2 Einstieg - Farben entdecken (10 Minuten)
6.3 Erklärung der Farben im Licht
7. Aktion: Das Kreuz als Symbol der Einheit
7.1 Vorbereitung
7.2 Fingerabdruck ins Logo setzen
7.3 Reflexion und Austausch
7.4 Reflexion und Abschluss
8. Gottesdienstentwurf zum Thema "Das Herz – ein Symbol
8.1 Einleitung – Liturgische Eröffnung und Begrüßung
8.2 Kyrie-Gebet
8.3 Tagesgebet
8.4 Lesung – 1 Könige 3,5.7-12
8.5 Lied – "Geh aus mein Herz, und suche Freud"
8.6 Predigt: Das höhrende Herz
8.7 Aktion: "Bilde unser Herz"
8.7.1 Vorbereitung
8.7.2 Einleitung zur Aktion
8.7.3 Abschlussgebet der Aktion
8.8 Fürbitten
8.9 Schlussgebet
8.10 Segengebet
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1. Einführung
1.1 „Geh aus, mein Herz, und suche Freud”: Paul Gerhardt und der Ruf zur Freude im Glauben
„Geh aus, mein Herz, und suche Freud“ ist eines der bekanntesten Lieder von Paul Gerhardt, das 1656 veröffentlicht wurde. Es spiegelt die tiefe Frömmigkeit und Lebensfreude des Dichters wider und wird oft als hymnisches Meisterwerk des Barockzeitalters betrachtet. Gerhardt, der eine Zeit voller Krieg und Leid erlebte, formuliert in diesem Lied einen Aufruf, die Freude und den Trost in der Schöpfung und im Glauben zu suchen.
Der Text des Liedes ist ein Appell an das Herz des Gläubigen, die Welt der Natur und die Schönheit der Schöpfung als Spiegel göttlicher Präsenz zu erkennen. Es fordert den Menschen auf, aus seiner inneren Dunkelheit oder Traurigkeit herauszutreten und sich an der Freude und Güte Gottes zu erfreuen. Gerhardt lenkt den Blick weg von den schweren äußeren Umständen der Zeit – wie dem Verlust von Familienangehörigen und den Zerstörungen des Dreißigjährigen Krieges – und fordert dazu auf, in der göttlichen Ordnung Trost zu finden.
Das Lied beschreibt die innere Reise des Gläubigen, der in der Begegnung mit der Schöpfung und im Hören der Stimme Gottes eine Quelle der Freude und Hoffnung findet. Es ist eine Antwort auf die Verzweiflung der Zeit und bietet eine Perspektive, die den Menschen in seiner spirituellen Suche stärkt und ermutigt.
Gerhardt verstand seine Lieder als Trost und Hoffnung für die Menschen seiner Zeit, die unter den schweren gesellschaftlichen und persönlichen Belastungen litten. „Geh aus, mein Herz, und suche Freud“ bietet dabei nicht nur religiösen Trost, sondern auch einen Moment der inneren Einkehr und der Freude im Glauben, der über die äußeren Umstände hinausgeht.
1.2 Das Herz und seine Symbolik: Von der Antike bis heute
Im heutigen Sprachgebrauch steht das Herz meist für das Gefühl, für unsere emotionale Seite. Im biblischen Menschenbild bezeichnet das Herz jedoch die Mitte und das Ganze des Menschen. Es galt als zentrales Denkorgan. Auf Gott zu hören, fordert den Verstand heraus, das Erkenntnisvermögen. Salomo bittet Gott um ein hörendes Herz – ein Symbol für innere Klarheit.
Das Herzsymbol, wie wir es heute kennen, hat wenig mit dem anatomischen menschlichen Herzen zu tun. Seine Ursprünge reichen bis ins antike Griechenland zurück, wo Efeublätter als Zeichen der ewigen Liebe galten. Diese immergrünen Blätter, deren Form an ein Herz erinnert, wurden mit Romantik assoziiert. Im Mittelalter übernahm man das Efeublatt als Symbol für Liebe und färbte es rot, da Rot als Farbe der Leidenschaft und Liebe galt. So entstand das heute bekannte rote Herz.
Unser Herz, das Sie hier auf dem Bild sehen, ist jedoch weder „nur“ grün wie einst noch „nur“ rot, wie es heute üblich ist. Es vereint viele Farben und religiöse Symbole, wie das Kreuz und die Blätter des Olivenbaums. Diese Vielfalt repräsentiert die Verbindung von Liebe, Glauben und Hoffnung, die das Herz als universelles Symbol ausdrückt.
Im 13. Jahrhundert verband das Christentum das Herzsymbol mit dem menschlichen Organ. In kirchlichen Darstellungen tauchte das „Herz Jesu“ auf – ein flammendes, rotes Herz, das an der Brust Jesu dargestellt wurde. Dieses Symbol etablierte das Herz als Sitz der Liebe, im Einklang mit der biblischen Aussage: „Von ganzem Herzen sollst du Gott lieben.“
Heute ist das Herzsymbol allgegenwärtig. Es steht für romantische und emotionale Gefühle, findet breite Anwendung in der Internet-Kommunikation und dient als beliebtes Marketinginstrument – vor allem am Valentinstag. Doch hinter der modernen Vermarktung bleibt das Herz ein universelles Zeichen für Liebe, Glauben und Menschlichkeit.
1.3 Zur Symbolik des Olivenbaums
Unsere Kerze trägt als Motiv einen Olivenbaum, der in der Bibel eine tiefe symbolische Bedeutung hat. Der Olivenbaum steht für Frieden, wie in der Geschichte der Sintflut, als die Taube Noah einen Olivenzweig brachte – ein Zeichen für das Ende des Gerichts und den Neubeginn.
Zudem ist der Olivenbaum ein Symbol für Beständigkeit und Fruchtbarkeit. Seine Widerstandsfähigkeit, selbst unter widrigen Bedingungen, macht ihn zu einem Sinnbild für Treue und Gottes Segen. Olivenöl, das aus seinen Früchten gewonnen wird, spielte im biblischen Alltag und in religiösen Ritualen eine zentrale Rolle. Es wurde für Lampen verwendet, um Licht zu spenden, und war ein wesentliches Element in der Salbung von Königen, Priestern und Propheten. Mit dem Motiv des Olivenbaums erinnert unsere Kerze an das Licht, das Orientierung schenkt, an die Hoffnung auf Frieden und an die Verbindung zu Gottes Liebe und seinen Verheißungen.
2. Bibeltexte und Gebet
Hier finden Sie die Bibelstellen, die zu der in der Einleitung beschriebenen Erklärung der Symbolik von Herz, Olivenbaum und Paul Gerhardts Lied „Geh aus, mein Herz, und suche Freud“ passen.
2.1 Das Herz und seine Symbolik
Das Herz ist in der Bibel das Zentrum des Menschen, das sowohl seine Emotionen als auch seinen Verstand umfasst. Es steht für die innere Haltung, das Denken und den Glauben.
• Samuel 16,7 (Einheitsübersetzung 2016)
„Der Mensch sieht, was vor Augen ist, der Herr aber sieht das Herz.“
(Diese Stelle verdeutlicht, dass das Herz für Gott das Zentrum des Menschen ist, das er sieht und erkennt.)
• Ezechiel 36,26 (Einheitsübersetzung 2016)
„Ich werde euch ein neues Herz und einen neuen Geist in euch geben. Das steinerne Herz will ich aus eurem Fleisch entfernen und euch ein Herz aus Fleisch geben.“
(Hier geht es um die innere
Erneuerung, bei der das Herz verändert wird, um empfänglich für Gottes Liebe und Führung zu sein.)
• Matthäus 22,37 (Einheitsübersetzung 2016)
„Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit allem Verstand.“
(Das Herz ist der Ort, an dem die Liebe zu Gott entspringt – eine Einladung, sich ganz auf Gott auszurichten.)
2.2 Das Symbol des Olivenbaums
Der Olivenbaum ist ein starkes Symbol für Frieden, Beständigkeit und Gottes Segen, das in der Bibel eine zentrale Rolle spielt. Es wird als Zeichen für göttliche Verheißung und Hoffnung genutzt.
• Römer 11,17-24 (Einheitsübersetzung 2016)
„Wenn aber einige der Zweige ausgebrochen sind und du, ein wilder Ölbaum, unter sie eingepfropft bist und mit ihnen an der Wurzel des Ölbaums teilhast, so rühme dich nicht gegen die Zweige.“
(Diese Stelle spricht von der symbolischen Verbindung zum Olivenbaum und der Wurzel des Glaubens, die den Gläubigen Halt und Leben gibt.)
• Psalm 52,8 (Einheitsübersetzung 2016)
„Ich aber bin wie ein grüner Ölbaum im Haus Gottes. Ich vertraue auf die Gnade Gottes von Ewigkeit zu Ewigkeit.“
(Der Olivenbaum hier steht für die Beständigkeit und das Vertrauen auf Gottes ewige Gnade.)
• Jesaja 11,1 (Einheitsübersetzung 2016)
„Und ein Spross geht hervor aus dem Stamm Isais, und ein Zweig wächst aus seinen Wurzeln.“
(Diese Prophezeiung über den Messias wird oft mit dem Bild des Olivenbaums verbunden, der neues
Leben
und Frieden bringt.)
2.3 Der Ruf zur Freude und zum Vertrauen in Gott
Paul Gerhardt fordert in seinem Lied dazu auf, Freude im Glauben und in der Schöpfung zu finden und darauf zu vertrauen, dass Gott der Ursprung dieser Freude ist. Inmitten von Leid und Dunkelheit ruft er dazu auf, sich der göttlichen Freude zuzuwenden.
• Psalm 104,24 (Einheitsübersetzung 2016
„Wie zahlreich sind deine Werke, Herr! Alle hast du mit Weisheit gemacht, die Erde ist voll von deinen Geschöpfen.“
(Diese Stelle unterstreicht die Freude, die aus der Bewunderung der göttlichen Schöpfung erwächst, was auch Gerhardt in seinem Lied betont.)
• Psalm 16,11 (Einheitsübersetzung 2016)
„Du wirst mir den Weg zum Leben zeigen. Vor dir ist Freude in Fülle, und zu deiner Rechten Wonne für immer.“
(Diese Stelle spricht von der Freude, die in der Nähe Gottes zu finden ist, und verweist auf das Leben in Gottes Gegenwart.)
• Philipper 4,4 (Einheitsübersetzung 2016)
„Freut euch im Herrn allezeit! Ich sage noch einmal: Freut euch!“
(Die wiederholte Aufforderung zur Freude im Herrn passt zu Gerhardts Aufruf, stets die Freude in Gott zu suchen und zu finden.)
• Matthäus 6,26 (Einheitsübersetzung 2016)
„Seht die Vögel des Himmels an: Sie säen nicht, sie ernten nicht und sammeln nicht in die Scheunen, und euer himmlischer Vater ernährt sie doch. Seid ihr nicht viel mehr wert als sie?“
(Diese Worte Jesu erinnern daran, dass Gott sich um seine Schöpfung sorgt und die Gläubigen darauf vertrauen können, dass er für sie sorgt.)
• Psalm 37,4 (Einheitsübersetzung 2016)
„Habe deine Lust am Herrn, er wird dir geben, was dein Herz wünscht.“
(Diese Stelle spricht von der Freude, die der Gläubige findet, wenn er seine Lust und Freude an Gott richtet.)
2.4 Gebet zu den Gedanken von Paul Gerhardt und den Symbolen des Herzens und Olivenbaums
Herr, unser Gott, du siehst unser Herz und kennst die tiefsten Sehnsüchte und Gedanken, die es trägt. Wir kommen vor dich, um dir von ganzem Herzen zu danken und in deiner Nähe Freude zu suchen. Du hast uns geschaffen und uns ein Herz gegeben, das nach dir verlangt. Hilf uns, die Freude in deiner Schöpfung zu finden, die du mit Weisheit und Liebe ins Leben gerufen hast. Möge unser Herz, wie der Olivenbaum, stark und beständig in deinem Frieden wachsen.
Du hast uns versprochen, uns ein neues Herz zu geben, ein Herz, das nach deiner Liebe und Weisheit strebt. Gib uns ein hörendes Herz, das dein Wort aufnimmt und deinen Frieden in die Welt trägt. Wenn die Welt um uns herum von Leid und Dunkelheit geprägt ist, lass uns in deiner Nähe die wahre Freude finden, wie es in deinem Wort heißt: „Vor dir ist Freude in Fülle, und zu deiner Rechten Wonne für immer“ (Psalm 16,11).
Wir danken dir für den Olivenbaum, der uns an deine Beständigkeit und an deinen Segen erinnert. Wie der Baum seine Wurzeln im Boden verankert, so möge unser Vertrauen in dich tief verwurzelt sein. Schenke uns deinen Frieden, der alle Verständnisse übersteigt, und ermutige uns, in der Hoffnung auf dein Königreich zu leben. Herr, du versorgst uns wie die Vögel des Himmels.
Wir vertrauen darauf, dass du uns nährst und uns nie verlässt. Lass uns deine Fürsorge in jedem Moment spüren und die Freude an deinem Wirken in der Welt entdecken. „Freut euch im Herrn allezeit!“ (Philipper 4,4) – So rufen wir, auch in schweren Zeiten, und finden Trost in deinem Wort.
Du, der du das Herz der Menschen siehst und die Erde mit deinen Werken erfüllst, erwecke in uns eine tiefe Dankbarkeit für deine Schöpfung. Möge unser Herz in deinem Licht erstrahlen und die Freude, die aus deiner Nähe kommt, uns erheben.
In deinem heiligen Namen beten wir.
Amen.
3. Bildbetrachtung
Das Bild vereint eine tiefgründige Farb- und Symbolsprache, die eine kraftvolle Botschaft von Vielfalt, Harmonie und Glauben vermittelt. Gleichzeitig führt es uns zu einer zentralen österlichen Wahrheit: Alles, was wir sind, erleben und hoffen, wird erst durch die Liebe Gottes möglich.
Das Herz, gestaltet in einem regenbogenartigen Farbspektrum, symbolisiert die Einheit in der Vielfalt und repräsentiert die bunte, facettenreiche Schönheit der Schöpfung. Die Farben fließen in geometrischen Formen ineinander, was sowohl die Einzigartigkeit jedes Elements als auch ihre enge Verbundenheit verdeutlicht. Diese fließende Harmonie spiegelt wider, wie Gottes Liebe die Welt umgibt und durchdringt – jede Farbe, jede Facette des Lebens ist ein Ausdruck seines Willens und seiner Zuneigung.
Der Regenbogen, als universelles Zeichen der Hoffnung und des Bundes Gottes mit der Schöpfung, wird durch die harmonische Farbgestaltung lebendig. Er verkündet die Zusage, dass Gott in seiner Liebe das Leben in all seinen Formen bewahrt. Die fließenden Übergänge zwischen hellen und dunklen Farbtönen zeigen, dass Freude, Glauben und Hoffnung aus den unterschiedlichsten Erfahrungen hervorgehen können – aus Licht und Dunkelheit gleichermaßen.
Das bunte Herz wird durch das zentrale weiße Kreuz zum österlichen Bild. Das Weiß, das durch die Harmonie der Spektralfarben Rot, Grün und Blau entsteht, symbolisiert das „österliche Licht“. Dieses Licht steht für Frieden, Erlösung und die alles umfassende Hoffnung der Auferstehung. Es ist ein Licht, das aus der Liebe Gottes geboren wird und alles Leben erneuert.
Das Kreuz, umrahmt von Olivenblättern, die für Frieden und neues Leben stehen, wird zum leuchtenden Zentrum der Botschaft: Einheit, Wachstum und Hoffnung, getragen von Gottes unendlicher Liebe. Der geschwungene Bogen unter dem Kreuz erinnert an einen Weg, der uns einlädt, in Offenheit, Glauben und Freude auf Gott zuzugehen. Es ist ein Weg, der uns zeigt, dass Gottes Liebe uns trägt, verbindet und erneuert. Die Bewegung im Bild verweist darauf, dass diese Liebe lebendig ist, dass sie fließt und uns immer wieder ermutigt, uns auf das Licht und die Vielfalt seiner Schöpfung einzulassen.
Alles, was dieses Bild ausdrückt – die Symbolik, die Farben, die Vielfalt, die österliche Hoffnung – findet seinen Ursprung in Gottes Liebe, die alles umgibt und trägt. Seine Liebe ist der Grund, warum Leben möglich ist, warum Licht in die Dunkelheit strahlt, und warum aus Vielfalt Einheit und Harmonie entstehen können. In diesem Bild zeigt sich, dass Ostern nicht nur ein Ereignis, sondern eine Einladung ist, die Liebe Gottes in allem zu erkennen und zu feiern.
3.1 Die Farben des Glaubens: Vielfalt, Hoffnung und göttliches Licht
Das Bild verwendet ein reichhaltiges, regenbogenartiges Farbspektrum, das nicht nur ästhetisch ansprechend ist, sondern auch eine tiefgehende christliche Symbolik vermittelt. Jede Farbe hat eine besondere Bedeutung, die mit dem christlichen Glauben und der Botschaft des Evangeliums verknüpft ist:
1. Rot – Symbolisiert die Liebe und das Blut Jesu Christi, das für die Menschheit vergossen wurde. Rot steht für die Erlösung und die Hingabe Gottes an seine Schöpfung.
2. Gelb – Steht für das göttliche Licht, die Herrlichkeit und die Auferstehung. Gelb erinnert an Ostern, das Fest des Lebens und der Hoffnung, das die Dunkelheit des Todes besiegt.
3. Grün – Repräsentiert das Leben, die Erneuerung und die Hoffnung. Es verweist auf das Wachstum im Glauben und die Kraft der Auferstehung, die neues Leben schenkt.
4. Blau – Symbolisiert den Himmel, die Treue und die unendliche Liebe Gottes. Blau weist auf die Verbindung zwischen Himmel und Erde durch Christus hin.
5. Violett – Verbindet sich mit Buße, Besinnung und Vorbereitung. Es ist die Farbe der Advents- und Fastenzeit, die uns auf die großen christlichen Feste vorbereitet.
6. Weiß (das Kreuz) – Das zentrale weiße Kreuz steht für Reinheit, Frieden und das österliche Licht. Es vereint die Vielfalt aller Farben, so wie der Glaube alle Menschen in Christus vereint. Weiß symbolisiert die Herrlichkeit und Vollkommenheit Gottes.
Die Farben im Bild tragen nicht nur eine christliche Bedeutung, sondern spiegeln auch universelle Werte wider, die im Alltag erfahrbar sind:
• Rot – Die Liebe: Rot steht für die leidenschaftliche und bedingungslose Liebe, die uns im Alltag verbindet. Sie erinnert uns an Mitgefühl, Fürsorge und Opferbereitschaft – sei es in einer freundschaftlichen Geste, in der Fürsorge für andere oder im Einsatz für Gerechtigkeit.
• Grün – Die Hoffnung: Grün symbolisiert Wachstum, Neubeginn und die Kraft der Erneuerung. Im Alltag finden wir diese Hoffnung in jedem neuen Morgen, in den Chancen, die uns das Leben bietet, und im Vertrauen darauf, dass auch nach schweren Zeiten bessere Tage kommen.
• Gelb – Die Freude: Gelb steht für Licht und Wärme, wie die Sonne, die unsere Tage erhellt. Es ist ein Symbol für Optimismus, positive Energie und die Freude, die wir in kleinen Momenten des Lebens entdecken können.
• Blau – Der Frieden: Blau repräsentiert Gelassenheit und Harmonie. Es erinnert uns daran, im hektischen Alltag innezuhalten und inneren Frieden zu suchen, genauso wie die Ruhe eines klaren Himmels oder des Meeres beruhigend wirkt.
• Violett – Die Besinnung: Violett steht für Tiefe und Reflexion. Es ermutigt uns, im Alltag Momente der Stille und Selbstreflexion zu schaffen, um unsere Ziele, Werte und unseren Glauben zu hinterfragen und zu stärken.
• Weiß – Die Vollkommenheit: Weiß repräsentiert Klarheit, Reinheit und das Licht, das unsere Entscheidungen erleuchtet. Es fordert uns auf, im Alltag nach dem Guten zu streben und in Liebe und Wahrheit zu handeln.
Jede dieser Farben spiegelt Werte wider, die unser Leben bereichern können. Sie erinnern uns daran, wie wichtig es ist, die Vielfalt des Lebens anzunehmen und in kleinen und großen Dingen den Glauben, die Hoffnung und die Liebe zu entdecken und uns daran zu erfreuen.
Insgesamt lädt das Bild mit seinen Farben dazu ein, das Leben in all seiner Fülle zu feiern, Gott zu vertrauen und die Freude des Glaubens zu suchen. Oder wie es Paul Gerhardt sagen würde: „Geh aus, mein Herz und suche Freud“.
4. Meditation / Reflexion
Das Bild mit seiner lebendigen Farb- und Symbolsprache sowie das Lied von Paul Gerhardt „Geh aus, mein Herz, und suche Freud“ laden dich ein, innezuhalten und über die tiefere Bedeutung des Lebens nachzudenken. Es ist ein Aufruf, die Vielfalt und Schönheit der Schöpfung zu entdecken und in der göttlichen Liebe Trost und Freude zu finden. Das Bild spricht in seiner bunten Harmonie von der Verbindung zwischen Himmel und Erde, von Hoffnung, Frieden und dem Licht, das aus der Liebe Gottes hervorgeht. Ebenso fordert das Lied dazu auf, die Freude im Glauben zu suchen, trotz der Herausforderungen des Lebens. Beide Werke möchten dich anregen, über folgende Impulsfragen nachzudenken. Zünde nun die kleine Kerze an, lass das sanfte Licht in deinem Raum erstrahlen und spüre die Wärme des Feuers sowie die Stille, die es mit sich bringt. In diesem Moment der Ruhe lade ich dich ein, den Fragen nachzuspüren:
• Was bedeutet Freude im Glauben für dich?
In welcher Weise findest du, ähnlich wie Paul Gerhardt, Trost und Freude in der Natur oder in der Schöpfung?
• Wie gehst du mit den Herausforderungen deines Lebens um?
Gerhardt lenkt den Blick von äußeren Umständen auf die innere Freude im Glauben. Wie könntest du diese Perspektive auf deine eigenen schwierigen Zeiten anwenden?
• Was symbolisiert das Herz für dich persönlich?
Inwieweit inspiriert dich das biblische Verständnis des Herzens als Zentrum des Menschen, das sowohl Denken als auch Fühlen umfasst?
• Welche Farbe des Glaubens spricht dich am meisten an?
Jede Farbe im regenbogenartigen Spektrum symbolisiert einen
Aspekt des Glaubens und Lebens. Welche Farbe passt zu deinem aktuellen Lebensabschnitt und warum?
• Wo findest du Frieden und Hoffnung in deinem Alltag?
Der Olivenbaum steht für Frieden und Beständigkeit. Gibt es in deinem Leben etwas, das dir ähnlichen Halt und Hoffnung schenkt? Wie könntest du dies bewusster nutzen?
5. Jetzt gibt's was auf die Ohren
Jetzt gibt‘s was auf die Ohren – ein Stück zum Anhören! Du findest Paul Gerhardts Lied
im Evangelischen Gesangbuch unter der Nummer 503.
Oder hier kannst du es dir direkt anhören: Paul Gerhardts Lied, Nummer 503
6. Schulstunde für Kinder zum Thema: Herz, Farben, Licht und Ostern
6.1 Ziel der Stunde
• Die Kinder sollen die Bedeutung der Farben verstehen
und lernen, wie diese in der religiösen Symbolik
und in
unserem Bild vom bunten Herz verwendet werden.
• Sie erfahren, dass die Farben des
Kreuzes zusammen das „österliche Licht“ ergeben
und eine tiefere Bedeutung
von Einheit und Erneuerung vermitteln.
6.2 Einstieg – Farben entdecken (10 Minuten)
Materialien
• Bunte Tücher in den Farben des Kreuzes
(Rot, Gelb, Blau, Weiß, Grün usw.)
• Zettel und Stifte
Ablauf
1. Legen Sie die Tücher in den Farben des Kreuzes
(die Farben im Logo) auf den Boden.
2. Die Kinder setzen sich um die Tücher.
3. Fragen Sie die Kinder: „Welche Farben seht ihr?“
4. Lassen Sie die Kinder spontan erzählen, was ihnen
zu den einzelnen Farben einfällt.
o Beispiel: „Rot wie die Liebe“, „Gelb wie die Sonne“,
„Blau wie der Himmel“.
5. Geben Sie den Kindern Zettel und Stifte, damit sie
ihre Gedanken und Assoziationen zu den Farben
aufschreiben können.
Ergänzung durch religiöse Deutungen der Farben
• Rot: Jesus und die Liebe Gottes zu den Menschen.
• Gelb: Sonne und Licht. Gelb steht für Hoffnung und Freude
und symbolisiert das Licht des Lebens und den Neuanfang.
• Blau: Der Himmel, die Unendlichkeit. Blau kann für den Frieden und den Schutz Gottes stehen.
• Grün: Leben und Erneuerung. Grün symbolisiert die Auferstehung und das neue Leben, das Ostern bringt.
• Weiß: Reinheit und Vollendung. Weiß steht für das österliche Licht, das durch die Auferstehung Jesu in die Welt kam.
6.3 Erklärung der Farben im Licht
Materialien
• Ein LED-Strahler oder eine Taschenlampe mit
verschiedenen Farbfiltern
• Ein dunkler Raum oder eine Wand, auf die das Licht
gerichtet werden kann
Ablauf
1. Erklären Sie den Kindern, dass die Farben zusammen ein ganz besonderes Licht erzeugen können – das „österliche Licht“.
2. Zeigen Sie den Kindern, dass jede Farbe des Strahlers eine eigene Wirkung hat. Wenn alle Farben zusammenkommen,
ergibt das ein ganz spezielles Licht – weißes Licht.
• Experiment: Lassen Sie den LED-Strahler mit verschiedenen Farbfiltern leuchten (z. B. Rot, Gelb, Blau) und zeigen Sie den Unterschied auf der Wand. Wenn der Strahler mit allen Farben kombiniert wird, entsteht weißes Licht.
3. Erläutern Sie den Kindern: „Wenn alle Farben
zusammenkommen, entsteht etwas Neues und Einheitliches.
Weißes Licht steht für das Licht der Auferstehung an Ostern.“
7. Aktion: Das Kreuz als Symbol
Materialien
• Bild
7.1 Vorbereitung
Materialien
• Großes Poster oder gedrucktes Bild des Logos
• Fingerfarben (Rot, Gelb, Blau, Grün, Weiß)
• Feuchttücher oder Wasser
• Zettel oder Karteikarten für Assoziationen
Ablauf
• Stellen Sie das Logo vor und teilen Sie, was es für Sie bedeutet.
• Jedes Kind wählt eine Farbe aus, zu der es eine persönliche
Verbindung hat, und überlegt, welche Assoziationen damit
verbunden sind.
• Die Kinder notieren ihre Gedanken auf Zetteln und
teilen sie in der Gruppe.
7.2 Fingerabdruck ins Logo setzen
Ablauf
• Jedes Kind taucht seinen Finger in die Farbe seiner Wahl
und setzt einen Fingerabdruck auf das Logo.
• Vor dem Abdruck erklärt jedes Kind, welche Farbe es
gewählt hat und warum.
• Erklärung: „Mit deinem Fingerabdruck verewigst du dich
im Logo und verbindest dich mit den Werten und
Bedeutungen, die dieses Logo für uns alle trägt.“
Tipp: Achten Sie darauf, dass die Farben auf dem Logo passend
verteilt werden, z. B. Rot für Liebe, Blau für Frieden.
7.3 Reflexion und Austausch
Ablauf
• Nach dem Setzen der Fingerabdrücke versammeln sich die Kinder um das Logo.
• Fragen Sie die Kinder, wie es sich anfühlt, ihren Fingerabdruck
im Logo zu hinterlassen.
Was bedeutet es für sie, Teil dieses Bildes zu sein?
• Betonen Sie, dass jeder Fingerabdruck das Bild des Kreuzes
und der Auferstehung vervollständigt
– jeder Beitrag ist wichtig und einzigartig.
7.4. Reflexion und Abschluss
Materialien
• Papier und Stifte
• Optional: „Lichterbaum“ (z. B. ein kleiner Baum oder
Skulptur,
an dem Kinder Lichter oder Symbole aufhängen)
Ablauf
• Lassen Sie die Kinder über die Stunde nachdenken
und aufschreiben:
• „Was bedeuten die Farben für dich?“
• „Was stellst du dir vor, wenn du an das weiße Licht denkst?“
• Optional: Basteln Sie mit den Kindern einen „Lichterbaum“,
an dem sie ihre Gedanken oder Gebete aufhängen.
• Schließen Sie mit einem Gebet oder einem Lied ab,
das das Thema „Licht und Hoffnung“ aufgreift.
8. Gottesdienstentwurf zum Thema „Das Herz – Ein Symbol der Liebe und des Glaubens”
8.1 Einleitung – Liturgische Eröffnung und Begrüßung
Liebe Schwestern und Brüder, zu Beginn unseres Gottesdienstes möchten wir auf das zentrale Symbol des heutigen Tages hinweisen: das Herz. Es liegt heute sichtbar für alle vor dem Altar oder an einer gut sichtbaren Stelle. Dieses Symbol erinnert uns daran, dass das Herz nicht nur der Sitz unserer Gefühle ist, sondern auch der Ort, an dem Gott sich uns naht. Das Herz steht für die Liebe, die uns mit Gott und untereinander verbindet.
In der heutigen Feier wollen wir uns diesem Symbol des Herzens zuwenden, um über seine Bedeutung in unserem Glauben nachzudenken. Das Herz fordert uns heraus, zu hören, zu lieben und zu handeln – so wie Gott es von uns erwartet.
Lassen Sie uns in diesem Gottesdienst unser Herz öffnen, damit wir die Liebe Gottes und die Weisheit empfangen, die er uns in Jesus Christus schenkt. Möge dieser Gottesdienst uns in unser innerstes Selbst führen, zu einer lebendigen Beziehung mit Gott und zu einer tieferen Gemeinschaft unter uns.
8.2 Kyrie-Gebet
1. Herr, unser Herz kann klopfen, wenn wir lieben und
den Menschen so sehen, wie du ihn gemeint hast.
Wo uns dies nicht gelingt, bilde unser Herz nach deinem
Herzen. Herr, erbarme dich.
2. Herr, unser Herz kann schwer werden, wenn wir Leid
erfahren. Unser Glaube sagt uns, dass du uns in solchen
Zeiten nicht verlässt, weil dein Herz unablässig für uns schlägt.
Wo wir dies vergessen, bilde unser Herz nach deinem
Herzen.
Herr, erbarme dich.
3. Herr, unser Herz können wir auf der Zunge tragen,
wenn wir teilen, was uns bewegt. Wo uns dies nicht gelingt,
fülle unsere Worte mit Wahrheit und Liebe. Bilde unser Herz
nach deinem Herzen. Herr, erbarme dich.
8.3 Tagesgebet
Gott, du bist die Quelle aller Liebe und Weisheit. Enthülle uns immer wieder das Geheimnis deines Herzens. Lass uns in der Wärme deiner Menschlichkeit und in der Liebe deines Herzens das Abbild des unsichtbaren Gottes erkennen. Öffne unser Herz für deine Führung und hilf uns, mit einem klaren und reinen Herzen in der Welt zu leben. Schenke uns ein Herz, das voller Liebe, Mitgefühl und Hoffnung ist. Durch Jesus Christus, unseren Herrn, der mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit. Amen.
8.4 Lesung – 1 Könige 3,5.7-12
Lesung aus dem ersten Buch der Könige:
In jenen Tagen erschien der HERR dem Salomo nachts im Traum und forderte ihn auf: „Sprich eine Bitte aus, die ich dir gewähren soll!“
Salomo antwortete: „Du hast deinem Knecht David, meinem Vater, große Huld erwiesen; denn er lebte vor dir in Treue, in Gerechtigkeit und mit aufrichtigem Herzen. Du hast ihm diese große Huld bewahrt und ihm einen Sohn geschenkt, der heute auf seinem Thron sitzt.“
Und Salomo sprach: „HERR, mein Gott, du hast deinen Knecht anstelle meines Vaters David zum König gemacht. Doch ich bin noch sehr jung und weiß nicht aus noch ein. Dein Knecht steht aber mitten in deinem Volk, das du erwählt hast, einem großen Volk, das man wegen seiner Menge nicht zählen und nicht schätzen kann. Verleih daher deinem Knecht ein hörendes Herz, damit er dein Volk zu regieren und das Gute vom Bösen zu unterscheiden versteht! Wer könnte sonst dieses mächtige Volk regieren?“
Es gefiel dem Herrn, dass Salomo diese Bitte aussprach. Daher antwortete ihm Gott: „Weil du gerade diese Bitte ausgesprochen hast und nicht um langes Leben, Reichtum oder um den Tod deiner Feinde, sondern um Einsicht gebeten hast, um auf das Recht zu hören, werde ich deine Bitte erfüllen. Sieh, ich gebe dir ein so weises und verständiges Herz, dass keiner vor dir war und keiner nach dir kommen wird, der dir gleicht.“
8.5 Lied – „Geh aus mein Herz, und suche Freud”
(Gesungen von der Gemeinde)
Strophe 1:
Geh aus, mein Herz, und suche Freud
in dieser lieben Sommerzeit
an deines Gottes Gaben;
Schau an der schönen Gärten Zier,
und siehe, wie sie mir und dir
sich ausgeschmücket haben.
Strophe 2:
Die Bäume stehen voller Laub,
das Erdreich decket seinen Staub
mit einem grünen Kleide;
Narzissus und die Tulipan,
die ziehen sich viel schöner an
als Salomonis Seide.
8.6 Predigt: Das hörende Herz
Liebe Schwestern und Brüder, in unserer heutigen Lesung hören wir die Geschichte von König Salomo, der zu Beginn seiner Herrschaft eine ganz besondere Bitte an Gott richtet. Er bittet nicht um Reichtum oder Macht, sondern um ein hörendes Herz – ein Herz, das offen ist für Gottes Weisheit und Führung.
Stellen wir uns einmal vor, wir hätten einen Wunsch frei, so wie Salomo. Was würden wir bitten? Ein schönes Leben, Ruhm oder doch etwas anderes? Salomo wusste, was wirklich wichtig war. Er wusste, dass wahre Weisheit nicht nur Wissen ist, sondern ein offenes Herz, das bereit ist, zu hören und zu lernen.
Ein „hörendes Herz“ – was bedeutet das? Ein solches Herz ist nicht nur bereit, Informationen zu empfangen, sondern auch empfänglich für die Bedürfnisse der anderen. Es hört nicht nur die Worte, sondern auch die Gefühle und das, was unausgesprochen bleibt. Es hört auf Gott und auf die Menschen um uns herum. Ein hörendes Herz ist ein Herz, das wahrnimmt, was wirklich wichtig ist.
Im biblischen Verständnis ist das Herz das Zentrum des Menschen – nicht nur ein emotionales Zentrum, sondern auch der Sitz von Verstand und Willen. Ein hörendes Herz bedeutet daher, dass wir mit unserem ganzen Wesen auf Gott hören und sein Wort in die Tat umsetzen. Es fordert uns heraus, nicht nur zuzuhören, sondern auch zu handeln.
In einer Welt, die oft von Lärm und Ablenkungen geprägt ist, ist es eine wahre Kunst, ein hörendes Herz zu entwickeln. Salomo bat Gott um dieses Herz, damit er gerecht regieren und zwischen Gut und Böse unterscheiden konnte. Wir sind alle aufgerufen, ein solches hörendes Herz zu entwickeln – nicht nur für unsere eigenen Entscheidungen, sondern auch für das Wohl der anderen. Um dieses „hörende Herz“ zu verdeutlichen, ergänzen wir das zentrale Herz-Symbol vor dem Altar heute mit einem besonderen Element: Ein Papier-Ohr wird an das Herz angehängt oder daneben gelegt. Das Ohr erinnert uns daran, dass ein hörendes Herz nicht nur fühlt, sondern auch empfängt und achtet. Ein Ohr ist notwendig, um die Stimme Gottes zu hören, genauso wie ein Herz notwendig ist, um diese Stimme zu spüren und darauf zu reagieren.
Lasst uns daher in dieser Zeit unser Herz für Gottes Weisheit öffnen und darum bitten, dass er uns ein hörendes Herz schenkt – ein Herz, das bereit ist zu hören, zu verstehen und zu lieben.
8.7 Aktion: „Bilde unser Herz”
8.7.1 Vorbereitung
• Bereiten Sie kleine Papierherzen vor, leicht machbar mit
einem Herzstanzer (Motivstempel),
die die Teilnehmenden
in den Gottesdienst einbringen können.
• Verwenden Sie verschiedene Farben für die Herzen,
da auch unser Kreuz bunt ist.
• Legen Sie ein großes Herz vor den Altar, auf dem die
kleinen Herzen abgelegt werden sollen.
• Ergänzen Sie das große Herz mit einem Papier-Ohr,
das symbolisch das hörende Herz widerspiegelt.
8.7.2 Einleitung zur Aktion
Nach der Predigt erklärt der Gottesdienstleiter:
„Wir haben heute darüber nachgedacht, wie wir unser Herz für Gott öffnen können. In der Bibel heißt es, dass Gott unser Herz sieht und es mit Liebe und Barmherzigkeit füllen möchte. Heute wollen wir zeigen, dass wir unser Herz für ihn öffnen. Vor uns liegt ein großes Herz, und wir haben viele kleine Herzen. Diese kleinen Herzen stehen für uns, für unsere Liebe und unsere Bereitschaft, Gott und unseren Mitmenschen zu dienen. Jetzt seid ihr eingeladen, nach vorne zu kommen, ein Herz zu nehmen und es auf das große Herz zu legen. Das Papier-Ohr, das neben dem Herz liegt, erinnert uns daran, dass wir ein hörendes Herz brauchen, um Gottes Stimme zu hören.“
8.7.3 Abschlussgebet der Aktion
„Gott, unser Herr, wir haben heute unsere Herzen dir geöffnet. Bilde sie nach deinem Herzen, damit sie in Liebe, Mitgefühl und Weisheit schlagen. Hilf uns, ein Herz zu haben, das für andere Menschen schlägt, das voller Liebe, Hoffnung und Glauben ist. Amen.“
8.8 Fürbitten
1. Für ein hörendes Herz
Gott, du hast uns die Fähigkeit gegeben, auf dich zu hören. Schenke uns ein hörendes Herz,
das auf deine Stimme achtet, damit wir dir in Liebe und Vertrauen folgen.
(Stille)
2. Für ein barmherziges Herz
Gott, du bist voller Liebe und Barmherzigkeit. Öffne unsere Herzen für die Not der anderen,
damit wir mitfühlend und barmherzig handeln.
(Stille)
3. Für ein Herz voller Hoffnung
Gott, du bist unser Licht in der Dunkelheit. Stärke unser Herz,
damit es nie den Glauben und die Hoffnung verliert, auch in schwierigen Zeiten.
(Stille)
4. Für ein Herz der Gemeinschaft
Gott, du schenkst uns deine Liebe und lässt uns als deine Familie zusammenkommen.
Hilf uns, mit einem offenen und liebevollen Herz das Leben der anderen zu bereichern.
(lange Stille)
Vaterunser
8.9 Schlussgebet
„Gott, unser Herr, schenke uns ein hörendes Herz, das aufmerksam
und offen ist für deine Stimme. Öffne unsere Herzen
für deine Liebe, damit wir barmherzig und mitfühlend werden.
Hilf uns, ein Herz zu haben, das für andere Menschen schlägt,
das voller Liebe, Hoffnung und Glauben ist.
Bilde unsere Herzen nach deinem Herzen, damit wir in deinem
Licht leben und deinen Frieden in die Welt bringen.“
Amen.
8.10 Segensgebet
Der Herr schenke uns ein sehendes Herz,
damit wir die Not unserer Mitmenschen erkennen.
Der Herr schenke uns ein hörendes Herz,
damit wir einander wieder zuhören.
Der Herr schenke uns ein liebevolles Herz,
damit wir jedem mit Achtung begegnen.
Der Herr schenke uns ein mitfühlendes Herz,
damit wir die Not im anderen spüren.
Der Herr schenke uns ein mutiges Herz,
damit wir handeln, wo wir gebraucht werden.
Der Herr schenke uns ein weites Herz,
damit wir offen auf andere zugehen.
Das gewähre uns und allen in unseren Herzen,
der gütige Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.
Amen.
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