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Inhalt:
1. Krippe und Kreuz
2. Liedgedanken
2.01 Lied: Weihnachtsbaum, Hoffnungsbaum
3. Lied im Avent
4. Der Traum der drei Bäume
5. Der Olivenbaum
6. Weihnachtsprojekt
7. Predigtgedanken
8. Gottesdienst Kurzablauf – auf einen Blick
8.01 Vorbereiten
8.02 Gestaltung
9. Liturgie/Lieder
10. Gebet
11. Weihnachtssegen
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Nun duftet Wachs, nun glimmt der Tann,
Die Weihnachtszeit hebt wieder an.
Noch freust du dich am Lichterkranz,
Bald steht der Baum im vollen Glanz.
Bald hältst und hast du, was dir frommt,
Und dankst dem Herrn, der wiederkommt.
Ein Kindlein bringt dir große Freud:
Ach denk, ach denk, was das bedeut!
Schau’s an, als wär’s dein eigen Kind:
Der Weg nach Golgatha beginnt.
Rudolf Alexander Schröder
1. Krippe und Kreuz
Ist unsere Art, Weihnachten zu feiern, nicht zu vordergründig? Wir tun so, als ob Erfolglosigkeit, Spannungen, Leid und Kummer nicht mehr da wären. Damit gehen wir an der Wirklichkeit vorbei und tun so, als ob Krippe und Kreuz nicht zusammengehörten. Doch davon redet das Evangelium sehr genau, wie Krippe und Kreuz aus demselben Holz geschnitzt sind. Das wirkliche Weihnachten ist ohne diesen Hintergrund sinnlos. Kerzen hätten auf dem Kreuz kaum Platz. Es ist karg, steil, fremd, eine harte Wirklichkeit.
„Weihnachten haben die Engel geweint!“ schrieb Blumhardt. Wie hart diese Wirklichkeit ist, daran mahnt uns das Kreuz. Es erinnert uns daran: Gott mahnt uns an das Kreuz. Es erinnert uns daran: Gott hat sich in unsere Hand gegeben. Weihnachten macht offenbar, in welchem Maße Gott uns liebt: „... so sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eigenen Sohn gab.“ Und zugleich sagt Weihnachten, dass Gott nichts von uns fordert, sondern Lieb und Vergebung schenkt. Krippe und Kreuz erinnern uns auch daran, dass Gott nicht Mensch wurde, um bei uns Raum zu finden, sondern, dass er für den Menschen Raum gemacht hat bei Gott. Krippe und Kreuz weisen auf Christus hin, der gekommen ist, um die Welt zu tragen und mit Gott zu versöhnen.
Krippe und Kreuz sind der Platz, wo Christus die Ehre Gottes und den Frieden auf Erden zusammenhält. Er umspannt mit seinen
Armen, was keiner von uns mehr zusammenbringt: Die Nacht mit dem Licht, den Tod mit dem Leben, die Menschen mit Gott.
Das ist der Hintergrund, den wir uns nicht verdecken lassen sollten.
Es ist das Weihnachten für den Menschen, der deprimiert ist über die Unbeständigkeit seiner Gefühle, Unzuverlässigkeit seines Urteils und Wankelmütigkeit seines Glaubens, für den Menschen, der
seiner Gegenwart nicht ausweicht. Aber diese Gegenwart ist Gottes Zeit, dessen Name wie die vier Wände einer Schutzhütte sind: Wunder-Rat, Gott-Held, Ewig-Vater, Friede-Fürst!
2. Liedgedanken – Weihnachtsbaum, Hoffnungsbaum
Autor Detlev Jöcker (geb.5. Oktober 1951 in Münster (Westfalen) studierte zunächst Musik in Münster, war von 1975 bis 1979 Mitglied im Gesangsorchester von Peter Janssens. Er übt eine rege Konzert- und Seminartätigkeit aus und arbeitet seit 1986 als Komponist und Verleger in Münster.
Als „Botschafter des deutschen Kinderliedes“ reist er seit einigen Jahren im Auftrag des Goethe-Instituts durch verschiedene Länder, um mit seinen Konzerten für die deutsche Sprache und Kultur zu werben. Für sein außergewöhnliches soziales Engagement erhielt er von Kinderlachen den „Kind-Award 2006“.
2.1 Weihnachtsbaum, Hoffnungsbaum
Refrain: Weihnachtsbaum, Hoffnungsbaum …
2. Ein Hoffnungsbaum, das soll er sein,
auch Traurige, die lädt er ein,
weil Hoffnung bei uns wachsen kann,
aus kleinem Spross wächst sie heran.
Refrain:
Weihnachtsbaum, Hoffnungsbaum …
3. An keinem Baum, das ist gewiss,
gibts Äpfel und auch Haselnüss,
dass Hunger endlich enden kann,
fangt heute mit dem Teilen an.
Refrain:
Weihnachtsbaum, Hoffnungsbaum …
4. Die Weihnachtsbotschaft lädt uns ein,
wir können Friedenshelfer sein,
seht unsern Lichterbaum nur an:
Die Hoffnungszeichen sind daran.
Refrain: Weihnachtsbaum, Hoffnungsbaum …
WEIHNACHTSBAUM, HOFFNUNGSBAUM
aus „Meine schönsten Weihnachtslieder“
Text: Wolfgang Longardt / Musik: Detlev Jöcker, Anke Jöcker
© Menschenkinder Verlag und Vertrieb GmbH, Münster c/o Melodie der Welt
GmbH & Co. KG, Frankfurt am Main
Abruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung.
3. Lied im Advent
Nun zündet alle Kerzen
der Freude in euch an.
Der Dunkelheit und Schmerzen
in Licht verwandeln kann,
Gott hat den Sohn gesandt,
in ihm uns zu begegnen,
zu rufen und zu segnen,
und reicht uns seine Hand.
Nun grüßt mit grünen Zweigen
den Herrn, der Einzug hält.
Gott bricht das große Schweigen
und kommt in unsre Welt,
spricht unsre Sprache hier,
lebt unser eignes Leben,
ein Beispiel uns zu geben
als einer ganz wie wir.
Gott wohnt im Unsichtbaren
und zeigt doch sein Gesicht,
da, wo wir ängstlich waren,
barmherzig zu uns spricht.
kein Schicksal ist uns feind,
an Jesu Wort und Wesen,
da können wir ablesen,
wie Gott es mit uns meint.
Preist dankbar und adventlich
die Krippe und das Kreuz.
Das Wunder ist unendlich
der Liebe und des Leids.
Der euch das Himmelreich
im Leben und im Sterben
will österlich erwerben,
steht mitten unter euch.
Detlev Block
4. Der Traum der drei Bäume
Es waren einmal drei kleine Olivenbäume. Sie wuchsen oben auf einem Hügel. Jeder Baum hatte einen besonderen Wunsch, was aus ihm einmal werden sollte, wenn er groß war. Der erste Baum schaute nachts zum Himmel hinauf und sah all die vielen Sterne, die wie Diamanten funkelten. „Ich wünsche mir, dass aus meinem Holz einmal eine wunderschöne Schatzkiste gemacht wird. Sie soll mit Gold verziert sein, und viele wertvolle Edelsteine sollen darin liegen. Dann werde ich die schönste Schatzkiste der Welt sein.“
Der zweite Baum sah den plätschernden Bach, der sich auf seinem Weg zum Meer durch den Wald schlängelte. „Wenn ich einmal groß bin“, träumte er, „soll aus meinem Holz ein gewaltiges Schiff gebaut werden. Ich möchte über weite Meere fahren und im Dienste mächtiger Könige stehen.“ Der dritte Baum schaute hinunter ins Tal. Dort wohnten viele Menschen in einer großen Stadt; sie arbeiteten von früh bis spät. „Ich möchte für immer auf diesem Hügel stehen bleiben und ein großer Olivenbaum werden“, träumte er. „Wenn die Menschen dann zu mir hochschauen, werden sie den Himmel sehen, und sie werden an Gott, den Schöpfer aller Dinge, denken. Deshalb möchte ich der größte Baum der ganzen Welt werden!“
Viele Jahre vergingen. Auf Regen folgte Sonnenschein, und aus den kleinen Bäumen wurden große Olivenbäume.
Eines Tages stiegen drei Holzfäller den Hügel herauf. Jeder trug eine blitzende Axt in der Hand.
Der erste Holzfäller schaute sich den ersten Baum an und meinte dann: „Einen so schönen Baum kann ich gut gebrauchen!“ Und mit wuchtigen Axthieben fällte er den ersten Baum. „Jetzt machen sie eine schöne Truhe aus mir“, freute sich der erste Baum. „Dann werde ich einen wertvollen Schatz aufbewahren.“
Der zweite Holzfäller schaute sich den zweiten Baum an und meinte dann: „Einen so starken Baum kann ich gut gebrauchen!“ Und mit wuchtigen Axthieben fällte er den zweiten Baum. „Jetzt bauen sie bestimmt ein großes und gewaltiges Schiff aus mir“, freute sich der zweite Baum. „Dann werden mächtige Könige mit mir über die Meere fahren!“
Dem dritten Baum wurde angst und bange, als der dritte Holzfäller ihn ansah. Kerzengerade und hochgewachsen ragte er zum Himmel empor. Doch der Holzfäller überlegte nicht lange und murmelte bloß: „Ich kann jeden Baum gebrauchen.“ Und mit wuchtigen Axthieben fällte er den dritten Baum.
Der erste Baum jubelte, als der Holzfäller ihn in eine Schreinerwerkstatt brachte. Doch welche Enttäuschung! Der Schreiner nahm das Holz des einst so schönen Olivenbaumes und machte daraus eine ganz normale Futterkrippe. Sie wurde nicht vergoldet, und es kamen auch keine Edelsteine hinein. Stattdessen war sie mit Sägemehl bedeckt, und dann wurde sie mit Heu gefüllt - für die Tiere im Stall.
Der zweite Baum lächelte zufrieden, als der Holzfäller ihn zu einem Schiffsbauer brachte. Doch welche Enttäuschung! Es wurde kein stolzes Schiff aus ihm gebaut, sondern nur ein einfaches Fischerboot – viel zu klein
und zu schwach, um über große Flüsse und Meere zu fahren. Als er fertig war, brachte man das Boot an einen kleinen See, wo ärmliche Fischer Tag für Tag damit zum Fischfang ausfuhren.
Der dritte Baum war traurig, als der Holzfäller ihn zersägte und die dicken Balken in ein Holzlager brachte. „Ich versteh das nicht!“ jammerte der Baum, der einst so groß gewesen war. „Ich wollte doch so gern auf dem Hügel stehen und die Menschen an Gott erinnern!“
Viele Tage und Nächte vergingen. Die drei Bäume hatten ihre Träume schon fast vergessen.
Doch eines Tages legte eine junge Frau ihr neugeborenes Kind in die Futterkrippe, die aus dem ersten Baum gezimmert worden war.
„Ach Maria, hätten wir doch nur eine richtige Wiege für das Kind!“ seufzte der Mann. Aber die Frau nahm seine Hand und lächelte, als das goldene Licht der Sterne auf das glatte, derbe Holz fiel. Aber Josef, diese Krippe ist doch wunderschön“, flüsterte sie.
Und mit einem Male wusste der Baum, dass der wertvollste Schatz der ganzen Welt in ihm lag.
Auch der zweite Baum erlebte eine Überraschung. Eines Abends stieg ein müder Wanderer mit seinen Freunden in das alte Fischerboot. Er legte sich gleich nieder und schlief ein, während das Schiff hinausfuhr auf den See. Doch plötzlich kam ein gewaltiger Sturm auf. Das kleine Boot erzitterte. Es wusste, dass es nicht stark genug war, um so viele Menschen sicher durch Wind und Wellen zu tragen. Schließlich erwachte der Mann.
Er stand auf, streckte die Hand aus und befahl dem Wind, sich zu legen. Da verstummte der Sturm so schnell, wie er gekommen war.
Plötzlich wusste der zweite Baum, dass er den König des Himmels und der Erde an Bord trug.
An einem Freitagmorgen schreckte der dritte Baum hoch: Mit einem kräftigen Ruck wurde der Balken aus dem vergessen Holzstapel herausgezogen. Jemand trug ihn mitten durch die laute, aufgeregte Menschenmenge
einen Hügel hinauf.
Er zuckte zusammen, denn Soldaten nagelten die Hände und Füße eines Mannes an ihm fest. Hässlich und grausam kam er sich vor.
Doch als am Sonntagmorgen die Sonne aufging, wusste der dritte Baum mit einem Male, dass sein Traum doch in Erfüllung gegangen war. Das Kreuz, das man aus seinem Holz gefertigt hatte, zeigte den Menschen den Weg zu Gott. So erfüllte sich der Wunsch der drei Bäume doch noch: Der erste Baum war tatsächlich zu einer Schatztruhe geworden, die den wertvollsten aller Schätze in sich trug: Gottes Sohn ist einer Krippe zur Welt gekommen.
Der zweite Baum hatte tatsächlich den mächtigsten aller Könige an Bord gehabt: Jesus bewies seine Macht über den Wind und die Wellen. Und auch der Wunsch des dritten Baumes war in Erfüllung gegangen: Jedes Mal, wenn die Menschen das Kreuz anschauen, erinnern sie sich daran, wie sehr Gott die Menschen liebt.
Und das ist besser als die schönste Schatzkiste, das stolzeste Schiff oder der größte Baum der Welt zu sein.
5. Der Olivenbaum
Der Olivenbaum ist mit dem Feigenbaum und dem Weinstock eine der ältesten Kulturpflanzen. Bei archäologischen Ausgrabungen wurden Olivenkerne gefunden, die in das Jahr 6000 vor Christus zurückdatiert werden konnten. Man vermutet, dass eine Kultivierung der Pflanze um die Zeit 4000 vor Christus begann. In Griechenland wurde der Ölbaum besonders geschätzt. Nach einer antiken Sage pflanzte Athene den ersten Ölbaum auf der Akropolis. Dieser Ölbaum verbrannte, als die Perser die Stadt einnahmen. Nur wenige Tage später soll er wieder ausgeschlagen haben, was als besonders gutes Omen gedeutet wurde. Der Olivenbaum wurde so geschätzt, dass es selbst dem Besitzer eines Ölbaumes gesetzlich verboten war, diesen zu fällen. Der Siegeskranz bei den olympischen Spielen wurde aus den Ästen des wilden Ölbaums gebunden. In den mediterranen Gegenden gab es den Brauch, einem Olivenbaum einen Namen zu geben – so eng fühlten sich die Menschen mit dem Baum verbunden. Der Besitz von Olivenbäumen wurde mit Reichtum assoziiert. Er gedeiht trotz Hitze und Trockenheit auf steinigen Böden. Das Olivenöl wurde zur Hautpflege verwendet und brachte mit den Öllämpchen Licht in die Dunkelheit. Ein Olivenbaum wächst sehr langsam und es kann sieben Jahre dauern, bis er das erste Mal Früchte trägt. Dann kann ein Olivenbaum allerdings bis zu 1000 Jahre alt werden, so dass noch viele Generationen später Freude an den Früchten des Baumes haben.
Gedankensplitter
In der Krippe liegt nicht irgendein Leben, Es ist mein Leben. Weihnachten heißt: ich finde mein Leben wieder, erhalte Zugang zu meinem Leben, weil Gott Mensch wird.
König David vergleicht in einem seiner Lieder sein (Glaubens-)Leben mit einem grünenden Olivenbaum: „Ich aber bin wie ein grüner Ölbaum im Haus Gottes; ich vertraue auf die Gnade Gottes für immer und ewig“ (Psalm 52, Vers 8). Für ihn schließt sich der Kreis der Fruchtbarkeit, des Segens und des Friedens in der Gegenwart Gottes – im Haus Gottes. Da will David weiterleben und wachsen wie ein Ölbaum.
6. Weihnachtsprojekt
Weihnachtsfeiern in der Adventszeit sind gefragt. Nach Möglichkeit möchten Gruppen, Gemeinden, Schulklassen, Vereine ihre eigene Weihnachtsfeier haben. Eine Weihnachtsfeier, die bestimmt ist durch sehr viel Wärme, intensives Zusammensein, traditionelle Feierelemente. Sie ist eine Steigerung dessen, was man bei jeder regulären Zusammenkunft in der Gruppe erwartet. Bei kleineren Gruppen könnte dieses Schema durchbrochen werden, ohne die erwarteten Elemente aufgeben zu müssen. Die folgende Anregung ist in diesem Sinne zu verstehen: Eine Gruppe beginnt schon Ende November mit der Vorbereitung ihrer Weihnachtsfeier oder ihres Weihnachtsprojektes. Das Stichwort „Weihnachten 2030“. Er wird gesammelt, untersucht, befragt. Selbständig arbeitende Kleingruppen übernehmen folgende Sachgebiete:
1. Wie spiegelt sich das Weihnachtsfest in der
illustrierten Presse?
Aufgabe: Bildmaterial sammeln, Textauszüge anfertigen,
Weihnachtswerbung dokumentieren.
2. Wie behandeln die lokale Presse und eine
überregionale Zeitung das Ereignis “Weihnachten“?
Aufgabe: Eine Dokumentation mit Bildern und Texten,
aus der erkennbare Trends abzulesen sind.
3. Weihnachten im Musikgeschäft.
Aufgabe: Herausfinden, welche Platten bzw. Lieder in der
Weihnachtszeit auf den Markt gebracht werden.
Text- und Musikbeispiele auswählen.
4. Befragung von Passanten zu dem Thema: „Was fällt
Ihnen bei dem Wort “Weihnachten” ein?“
Aufgabe: Das gesammelte Material so aufzubereiten, dass
Trends erkennbar werden.
5. Befragung von Geschäftsleuten
zum Thema “Weihnachten”.
Aufgabe: Herausfinden, welche Geschenkgewohnheiten
bestehen und wie „das Schenken“
von Geschäftsleuten
begründet wird.
6. Die besonderen Aufgaben der Stadt- und
Gemeindeverwaltungen in der Weihnachtszeit.
Aufgabe: Dokumentieren, welche Aufgaben in der Weih-
nachtszeit auf die Kommunalverwaltungen
zukommen, wie sie
aufgegriffen und begründet werden.
Die vorgeschlagenen Sachgebiete ließen sich erweitern. Es hängt von der Größe der Gruppe ab und von ihrem Interesse, welche Themen sie aufgreift. Ziel sollte in allen Gruppen sein, mit Bild, Text, Ton,graphischem Schaubild ihre Arbeitsergebnisse zu dokumentieren. Ein ständiger Austausch zwischen den Kleingruppen während der Arbeit ist notwendig. Ein erster Austausch in der gesamten Gruppe geschieht, wenn alle Kleingruppen ihre Arbeit abgeschlossen haben. Ein kleines Fest beschließt diesen Arbeitsabschnitt. Schon während des Arbeitsprozesses sollte diskutiert werden, in welche Weihnachtsfeiern oder Gottesdienste (z. B. Familiengottesdienst oder am 1. Weihnachtsfeiertag) das gesamte Arbeitsergebnis oder Teile davon eingebracht werden können. Eine entsprechende Einrichtung des Materials auf eine Präsentation vor Personen, die nicht am Arbeitsprozess beteiligt waren, ist notwendig.
7. Predigtgedanken
Bäume recken sich zum Licht
Aufschluss
Der Umkehrruf ist zentral für den Advent. Er kann nicht mit einem Termin besorgt werden. Ob er in uns eine Haltung knospen lässt,
die bescheiden und froh und dem Versöhnungswort dauerhaft dankbar ist?
Vorbemerkung
Die Meditationstexte zur Gewissenserforschung bitte nicht so glatt kopieren, sondern aus pastoraler Meditation (nicht aus oberlehrerhaftem Drang, Bescheid zu sagen) ergänzen. Vielleicht auch eine Körpermeditation dazu vorher anstellen: Orante, wie Baumzweige erhobene Arme und Hände.
8. Gottesdienst Kurzablauf – auf einen Blick
Lied Ö: EG 7 1,4,6 / GL, Oh Heiland reiß die Himmel auf, 231,1,4,6
Einleitung
Eröffnungsgebet vom Blatt (gemeinsam)
Psalm GL 31 Psalm 1: Die beiden Wege, (Wechsel re/li)
Tagesgebet vom Freitag, 1. Adventswoche oder Samstag, 2. Adventswoche
Lied Ö: EG 10 / GL 752, Mit Ernst,
o Menschenkinder (wenn unbekannt, im Wechsel
der Strophen gebetet) Lesung Jesaia 11,1-3
Lied GL 360, 1+2 Macht weit die Pforten in
der Welt!, oder: Herr, wie ein Baum,Troubadour Liednummer: 646
oder 638
Evangelium Luk. 13,6-9
Meditationstexte mit Zwischenmusiken
Lied Ö: EG 382 / GL 422 Ich steh vor dir mit leeren Händen, Herr Schuldbekenntnis vom Blatt Vergebungsbitte
Lied Ö: EG: 540 1,2,5 / GL 221,1,2,5 Kündet allen in der Not
Kehrvers GL 234, 1 Ihr Himmel tauet den Gerechten / Magnificat 634, 4, Lk 1,46-55
Fürbitten Vater unser (Tages)gebet vom Dienstag 3. Adventwoche
Hinweise Segen (Feierl. Schlusssegen der Adventszeit)
Schlusslied GL 804, 1-2 / 756 Maria war alleine oder: Wenn du Ja zu mir sagst, Troubadour Liednummer: Troubadour 76
anschließend Beichtgelegenheit
8.1 Vorbereiten
• Gemeindezettel drucken mit Meditationsbild, Eröffnungsgebet und Schuldbekenntnis
• Werktags Messbuch
• Bibel
• Texte für Lektoren
• Zwischenmusik
8.2 Gestaltung
Lied Ö: EG 7 / GL 231,1,4,6 O Heiland, reiß die Himmel auf
Einleitung
Seien Sie herzlich willkommen geheißen zu unserem Bußgottesdienst. Gut, dass wir uns aus der vorweihnachtlichen Hektik diese gute Stunde aussparen. Eine wichtige Stunde im Advent. Uns geschenkt zur Besinnung und zur Umkehr. Nehmen wir sie wahr. Damit die Wahrheit und Liebe wieder leuchten.
Eröffnungsgebet vom Blatt (gemeinsam) Guter Gott! Was wir eigentlich im Advent suchen – es will uns so schwer gelingen: / Unsere Herzenssehnsucht an dir festzumachen. / Ruhige Minuten: Da hörte ich nur meinen eigenen, noch gehetzten Herzschlag. / Weihnachtsfeiern: Du kamst kaum vor. / Dein Name war auch kaum zu hören in den Weihnachtsvorbereitungen. / Du aber hast uns deine Gnade versprochen. / Bist unterwegs zu uns. / Suche mich heim. / Aus der Verzettelung und Zerstreutheit. / Komm mir entgegen und verwandle mein Leben. / Lass uns aufatmen durch dein Wort. / Das Haupt erheben auf deine Verheißung hin. / So adventlich aufblühen: Deinem Kommen entgegen.
Psalm GL 31 Psalm 1, Die beiden Wege (Wechsel re/li) Tagesgebet vom Freitag 1. Adventswoche oder Samstag 2. Adventswoche Lied Ö: EG 10/ GL 752, Mit Ernst, o Menschenkinder (wenn unbekannt, im Wechsel der Strophen gebetet) Lesung Jesaia 11,1-3
Lied GL 360, 1+2 Macht weit die Pforten in der Welt oder: Herr, wie ein Baum, Troubadour Liednummer: Troubadour 646 oder 638 Evangelium Luk. 13,6-9
Meditationstexte mit Zwischenmusiken
(Von einem oder zwei Sprechern sehr langsam vortragen) Bitte nehmen Sie das Bild zur Hand … Lassen Sie es uns gemeinsam anschauen … bitte legen Sie es nach dem ersten Hinschauen nicht gleich weg. Lassen Sie uns länger draufschauen. Es ist ja wie mit den Menschen. Wie schnell sind wir mit jemand fertig, scheinbar genügt ein Blick, ein Wort. Dabei kommt erst im längeren Hinschauen eine Ahnung von dem Kern.
– Ich sehe Menschen, die mich an Bäume erinnern. Die Arme wie Äste hochgereckt: Der Sonne entgegen. Die Äste der Bäume werden kahl in diesen Tagen. Alles Unwesentliche fällt ab. Der Baum geht in sich. Mein Leben – wie ein Baum. Ein fruchtbarer Baum? Ein unfruchtbarer Baum?
…. ca. 40 Sek. Pause mit Musik …
Der Baum weiß, wo die Sonne steht. Täglich faltet er sich aus, der Sonne entgegen. Das ist sein Gesicht. Hat meine Seele so ein
Gesicht, Gott entgegen? Allein Gott kennt es, dieses Gesicht der Seele. Habe ich gebetet? Das Gesicht der Seele in die Liebe Gottes gehalten? Mein Beten – kam es dabei auf viele Worte an? Oder auf die Blickrichtung zu Gott
Habe ich nur dann gebetet, wenn ich von Gott etwas haben wollte – oder auch einfach, um ihn zu loben? War ich echt drin in meinem Beten … daheim? … im Gottesdienst? Bete ich für andere mit?
… ca. 40 Sek. Pause mit Musik…
Es gibt Bäume, die an Straßenlaternen stehen. Sie verwechseln die Laterne mit der Sonne. Die Irrlichter treiben sie in falsches Wachstum. Irrlichter – und was sie in mir hervorrufen: Weshalb sind mir hier und da Sachen wichtiger als Menschen? - Warum beurteile ich andere nach ihrem Wohlstand, ihrer Kleidung? Das Weihnachtsschenken, warum ist es so materialistisch geworden?
…ca. 40 Sek. Pause mit Musik …
Viele von uns erleben die Gemeinschaft der Kirche als problematisch. Wie stehen wir zu den sündigen Strukturen der Kirche? Verstärke ich sie durch Gesetzlichkeit und Hartherzigkeit? Stehe ich kompromisslos auf Seiten der Liebe?
…ca. 40 Sek. Pause mit Musik …
Auch Bäume brauchen Gemeinschaft. Der Sturm entwurzelt zuerst die Randständigen. Aber er stärkt sie auch. Wie stehe ich zu meinen Freunden?
Was tue ich, um Freundschaften zu pflegen? Wer kann sich bei mir anlehnen?
… ca. 40 Sek. Pause mit Musik …
Wesentlich für den Baum ist das unterirdische Wurzelwerk. Traue ich meiner Tiefe? Nehme ich mich an, so, wie ich bin? Auch mit meinen dunklen Seiten? Wie teile ich die Nahrung der Seele? Lobe ich die Kinder? Ermuntere ich die Alten und Einsamen? Besuche ich die Kranken?
… ca. 40 Sek. Pause mit Musik …
Oder die gute Frucht der Liebe, des Teilens und der Freude? Wo war mein Leben steril, ohne Frucht, nur auf mich bezogen? Wo lasse ich mir und meinem Nächsten durch Angst gute Lebensfrüchte vergällen? …ca. 40 Sek. Pause mit Musik …
An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. Was muss geschehen,
damit echte Herzlichkeit an mir reift? Wieviel Liebe brauche ich, damit ich zu teilen lerne?
So viele Einflüsse haben an mir beschnitten. Und okuliert und eingepflanzt. Was waren Veredelungen? Was waren Verschlechterungen? Traue ich mich, aus eigenem Saft und eigener Kraft zu leben?
… ca. 40 Sek. Pause mit Musik …
Da unten rechts im Bild haben sie wohl auch schon dieses Kreuz gesehen. Mit den abgelegten Fesseln. Ich und der Kreuzbaum Christi. Sein Opfer am Holz des Kreuzes gilt. Ich überhebe mich, wenn ich mir selbst Kreuz aufpacke. Die Frucht seiner Erlösung will mich entlasten, erleichtern. Lasse ich mir das angedeihen? … ca. 40 Sek. Pause mit Musik…
Lied
Ö: EG: 382 / GL 422 Ich steh vor dir mit leeren Händen, Herr
Schuldbekenntnis vom Blatt
A: Herr, du findest bittere Frucht an uns. / Und so wenig Früchte der Liebe. / Wie wir unser
Herz verschlossen haben vor der Sonne der Liebe, du weißt es. / Wie oberflächlich war unser
Gebet. / Und dabei hätte es doch / in der Tiefe Nahrung gefunden bei dir, dem Quell des Lebens! /
Sieh unsere Dürre. Wir waren nur auf das Eigene bedacht. / Wie spröd und hart war oft unser
Umgang mit dem Nächsten. / Wie perfekt haben wir Verantwortung abgeschoben. / Wie blind
waren wir für die Not draußen / Wie gerne haben wir uns Ausreden gesucht. / Ich bekenne Gott,
dem Allmächtigen, und allen Brüdern und Schwestern … bei Gott, unserm Herrn. (GL 582, 4)
A: Du aber hast Geduld mit uns. Wir haben sie arg herausgefordert. / Dein Großmut wirkt das
Wunder des neuen Anfangs. / Wie du den verdorrten Baumstumpf Isais neu belebst, so wecke
auch in uns / das neue Reis deiner Gnade und Versöhnung. / Sprich in unsere Fruchtlosigkeit /
dein Wort der Vergebung. / Dann fassen unsere Wurzeln wieder Grund. / Dann wächst die Liebe
wieder. Dann sprießt die Hoffnung / dir entgegen.
Vergebungsbitte
Lied Ö: EG: 540 / GL 221, 1,2,5 Kündet allen in der Not
Kehrvers GL 234,1 Ihr Himmel, tauet den Gerechten, / Magnificat 634 Lk 1,46-55
Fürbitten
Z.: Gott, du Freund der Armen. Auf dem Weg zum Weihnachtsfest bitten wir dich:
L.: Halte unsere Seele wach für dein Wort, gib uns ein hörendes Herz.
A.: /: Komm Herr, dass wir dich sehen. Bist du uns nicht überall nah? :/
L.: Die Armen Lateinamerikas
sollen weiter das Wort Gottes und die befreienden Taten der Christen erfahren.
A.:/ Komm, Herr, dass wir dich sehen. Bist du uns nicht überall nah? :/
L.: Manche Menschen kommen schwer auf
einen grünen Zweig. Immer wieder Kapitulationen, Rückschläge. Das raubt ihnen Hoffnung.
Dass es uns gelingt, wenigstens Kontakt zu halten.
A.:/ Komm, Herr …
L.: Hilf uns, dass wir uns beherzt in die Solidarität mit den Benachteiligten und Zurückgesetzten stellen.
A.:/ Komm, Herr….
L.: Betet mit mir, dass die Leute Entlastung finden, die auf Weihnachten hin gar nicht wissen, wie sie das
alles darstellen sollen.
Lied: Komm, Herr, dass wir dich sehen, bist du uns nicht überall nah.
L.: Gib uns viel Phantasie zur Versöhnung.
A.: Komm, Herr …
L.: Bau‘ der herzlichen Freude eine Zuflucht bei uns.
Lied: Komm Herr, dass wir dich sehen, bist du uns nicht überall nah.
Z.: Denn was Du versprochen hast, wirst Du auch erfüllen, besonders für die Armen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
Vater unser
(Tages)gebet vom Dienstag, 3. Adventwoche Hinweis: ein Versöhnungszeichen für zu Hause überlegen; sog. Bußwerk: einen Weihnachtsgruß an jemand ganz Vergessenen Segen (Feierl. Schlusssegen der Adventszeit)
Schlusslied GL Alte Ausgabe: 804, 1-2 / Neue Ausgabe: 756 Maria war alleine oder: Wenn du ja zu mir sagst, Troubadour Liednummer: Troubadour 76
anschließend Beichtgelegenheit
9. Liturgie/Lieder
Krippe und Kreuz sind aus demselben Holz geschnitzt
Text nach Lukas 2,1-7
Weihnachten, die Heilige Nacht, feiern wir heute. Und das ist die Botschaft für heute: „Jesus Christus ist geboren.“ Nicht mehr und nicht weniger. „Jesus Christus ist geboren“, das ist die ganze Weihnachtsbotschaft. Und nachdem das gesagt ist, könnte ich eigentlich die Bibel zuklappen, von der Kanzel herabsteigen, ja- eigentlich ist doch alles gesagt … Und wissen Sie, ich bin in Gedanken wirklich von der Kanzel gestiegen, habe das Kind in der Krippe auf den Satz „Jesus ist geboren“ hinter mich gelassen und auch den feierlich glänzenden Tannenbaum und die schönen alten Weihnachtslieder, und ich bin in Gedanken runtergestiegen von der Kanzel und bin durch unsre Gemeinde gegangen. Und im Kopf kreiste immer wieder der Gedanke „Jesus Christus ist geboren“. Und ich ging durch die Straßen, und ich denke an die glänzenden Kinderaugen heute Nachmittag; an die vielen, die sich so sehr auf ein paar besinnliche Tage freuten. An die alte Frau, die da in ihrem Wohnzimmer sitzt – ein wenig verwirrt ist sie, und sie weiß nicht mehr genau, was sie sagt und tut – die anderen sind bei ihr, wollen ihr helfen …
„Jesus ist geboren“, denke ich, was mag dieser Satz der alten Frau nun sagen und den anderen, die ihr helfen wollen. In Gedanken gehe ich weiter und komme zu den Häusern, in denen es gar nicht festlich und weihnachtlich ist. Sicher, auch da gibt es einen Tannenbaum, wenigstens ein paar geschmückte Zweige, vielleicht ein Gesteck auf dem Tisch. Hier wohnen Menschen, die trauern, die einen lieben Angehörigen verloren haben. Letztes Jahr noch, da feierte man gemeinsam Weihnachten – da füllten Freude und Lachen die Zimmer
– nun ist Leere und Trauer geblieben. Und ich denke an den Satz „Jesus ist geboren“ – was mögen diese traurigen Menschen dazu empfinden? Weiter geht mein Weg durch die Straßen, durch die Fenster glänzen Kerzen an den Christbäumen. Durch ein Fenster kann man die Eheleute sehen, sie beschimpfen sich, die Kinder haben Angst … – da ist nichts mehr vom Fest der Liebe und der Wärme, nur noch Angst vor bösen Worten und Schlägen. Und durch das nächste Fenster sehen wir ein weinendes Kind. Den Grund seiner Tränen kennen wir nicht, aber Sie und ich, wir wissen hundert Gründe, warum ein Kind so herzzerreißend weinen kann… Und wieder geht er mir durch den Kopf der Satz „Jesus Christus ist geboren.“ Ja sicher, das ist die Weihnachtsbotschaft, aber Sie und ich, was können wir damit anfangen mit so einem hilflosen Kind auf Heu und Stroh, einem hilflosen kleinen Kind in der Krippe. Vielleicht reicht sein Geburtstag für die, die zufrieden und glücklich sind; denen es gut geht, aber was ist mit den anderen? Was ist mit den vielen anderen, durch deren Fenster wir schauen können, zu denen vielleicht auch so mancher von uns hier in diesem Gottesdienst gehört. Und eigentlich gehören wir ja alle zu den anderen, auch wenn wir durch unser Fenster schauen, vielleicht glänzt und leuchtet da heute der Weihnachtsbaum, aber morgen und übermorgen zieht der Alltag wieder ein und dann holen sie uns ein, die Alltagsprobleme: die Sorge um die Familie, die Angst vor dem Morgen. Bei manchem sind es finanzielle Nöte, bei einem anderen die Angst um einen Menschen, den er liebhat, die Angst vor Krankheit und Tod. Und Sie und ich, wir alle könnten nun aus unserem Inneren noch vieles dazutun. Weihnachten. „Jesus Christus ist geboren“. – Tja, ist das nicht vielleicht doch nur ein – wie es eine junge Frau in einer Fernsehdiskussion sagte – ein Fest für die Kinder, ein Fest für die Geschenke, und ein Fest, um große Geschäfte mit dem Geld anderen zu machen? Weihnachten. Ich glaube, Weihnachten ist mehr als nur Rummel und Geschenke, mehr als nur ein kleines Kind in der Krippe. Und um das zu suchen, was eigentlich die Weihnacht ausmacht, möchte ich mit Ihnen noch einmal die Weihnachtsgeschichte, die Geburtsgeschichte Jesu ansehen; so, wie sie der Evangelist Lukas überliefert hat. Lukas 2,1-7 Maria und Josef auf dem Weg nach Bethlehem, die Geburt Jesu im Stall, das Kind – in Windeln gewickelt in der Krippe. Jesus Christus ist geboren.
Aber damit ist die Geschichte nicht zu Ende, sie geht weiter … Sie bleibt nicht einem kleinen Kreis der Mitwirkenden vorbehalten, sondern wird in die Welt hinausgetragen. So kommt sie an Menschen, die damals nun wirklich nicht zu den geachtetsten Leuten gehörten, nämlich zu den Hirten. Menschen, die hart arbeiteten und wenig verdienten, die kaum Feierabend kannten, die oft alleine mit sich und den Tieren waren. Menschen, die das Leben hart gemacht hatte, die keine Illusionen mehr über ihre Zukunft hatten. Und dann – mitten in der Nacht – als sie nach einem langen harten Arbeitstag am Feuer saßen und Ihre Herde bewachten, da geschieht das Außergewöhnliche, das Unfassbare: Der Himmel wird hell, die Dunkelheit wird von einem klaren Licht verdrängt und die Hirten hören die Stimme des Engels, der sagt: „Euch ist heut der Heiland geboren, welcher ist Christus der Herr.“ Und dann hören die Hirten noch einmal die Stimmen vieler, die sagen: „Ehre sei Gott in der Höhe und Frieden auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen.“ In der Bibel hört sich das so an: Lukas 2,8–20
Ich habe mir oft vorgestellt, wie diese Situation gewesen sein muss, wenn wir die Hirten gewesen wären … Ja, wären wir aufgebrochen? Hätten wir uns auf den Weg gemacht nach Bethlehem? Hätten wir den Engeln geglaubt?
Die Hirten von damals hatten nichts zu verlieren – oder doch? Schließlich ließen sie ihre Herde unbeaufsichtigt zurück, als sie sich auf den Weg nach Bethlehem machten. „Lasst uns nun gehen nach Bethlehem und die Geschichte sehen, die da geschehen ist.“ Und sie gehen los, hin zum Stall, finden das Kind und Maria und Josef. Sonst wird nichts erzählt – nichts von Ochs und Esel, nichts von Glanz oder Kerzen. Auch der Engel tritt nicht noch einmal auf. Die Hirten sehen das Kind nur an. Aber diese Begegnung muss die Hirten so beeindruckt haben, dass sie sie nicht bei sich behalten können. Sie haben keine Angst davor, ausgelacht zu werden, keine Angst, als Spinner abgetan zu werden. Der Evangelist Lukas erzählt: „Da sie das Kind gesehen hatten, breiteten sie das Wort aus, welches zu ihnen von dem Kinde gesagt war.“ Sie erzählten also allen, die es hören oder auch nicht hören wollten, dass die Engel ihnen gesagt hatten von diesem Kind. Und dass die Engel gesagt hatten: „Euch ist der Heiland geboren.“ Soweit die Weihnachtsgeschichte, wie sie uns altbekannt ist. Und wieder gehe ich in Gedanken durch die Straßen. Die Gedanken schweifen noch weiter. Oft ist uns ja die Weltgeschichte näher als der Nachbar hier. Fernsehen und Rundfunk bringen uns tagtäglich Bilder dieser Welt ins Haus. Nur manchmal Freudenbilder, meist Bilder des Hasses. Die Meldungen aus den Schreckensgebieten dieser Welt reißen nicht ab. Gestern stand der Name des Landes „Jugoslawien“ (heute mehrere unabhängige Staaten) noch für unbeschwerten Urlaub und Ferien, heute ist dies Land in viele Teile zersplittert. Die Menschen bekämpfen sich bis aufs Blut. Menschen überall auf der Welt müssen aus ihren Dörfern, ihrer Heimat fliehen. Vor dem Krieg, vor Hunger, vor Verachtung und Verzweiflung. Millionen sind auf der Flucht, Millionen leben in Lagern, und so denke ich heute Abend an die Flüchtlinge in Ruanda und Menschen töten Menschen. Mit Waffen, Drogen, Schlägen, Schlagzeilen, Worten. Überall, auch hier. Auch das sind Nachrichten an diesem Weihnachtsfest. Meldungen über eine unheile Welt. Meldungen, die wir nicht unterdrücken können, die dazugehören zu unserem Leben. „Jesus Christus ist geboren“ – was kann dieser Satz der Weihnachtsbotschaft denn bedeuten, in denen es Unheil aussieht – überall in der Welt, bei uns in (Ort), in unseren eigenen Herzen. Doch halt! „Jesus Christus ist geboren“, das ist ja nur die halbe Weihnachtsbotschaft. Auf der Suche nach der eigentlichen Weihnachtsbotschaft, da haben wir ja mehr gefunden. Da haben wir diese Worte des Engels gehört: „Denn Euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr.“ Und dieser Satz bleibt nicht stehen beim kleinen hilflosen Kindlein in der Krippe, sondern er weist nach vorne – er weist hin in die Zukunft – darauf hin, was aus diesem Kind im Stall, dessen Geburtstag wir an Weihnachten feiern – geworden ist. Jesus Christus, Heiland der Welt. Heiland, das heißt soviel wie Retter, Erlöser. Das ist einer, der das Kaputte heilmachen will. Aus diesem Kind im Stall wird der Heilmacher der Welt. Stirbt dieser Heilmacher, dieser Heiland am Kreuz – für uns. Hat in seinem Leben und in seinem Tod alles Leid der Welt gesehen und mitgetragen, damit wir wissen, wir sind nicht alleine – er ist bei uns. Und das ist es, was ich der alten Frau, die ich durch die erleuchteten Wohnzimmerfenster gesehen habe, sagen würde. Was ich den streitenden Menschen, den Menschen in Angst vor Terror und Verfolgung, was ich den Menschen, die in einer unheilen Welt leben, was ich uns sagen möchte als Weihnachtsbotschaft: „Das Kind in der Krippe und der Mann am Kreuz, das gehört zusammen.“ Krippe und Kreuz sind aus demselben Holz geschnitzt.
10. Gebet
Gott in der Höhe, wir danken Dir und preisen Dich,
dass Du in die Tiefe unseres Menschenlebens hinein-
gekommen bist.
Dort wo wir leben, lässt du dich finden.
In einer Krippe bist Du Mensch geworden,
nahe allen,
die sich verlassen fühlen,
unverstanden.
ausgenützt oder überflüssig
nahe allen,
die von Kummer und Schmerzen gezeichnet sind,
die Versagen und Schuld belasten.
Du Gott in der Höhe,
hilf uns, deiner Nähe zu vertrauen
in allen Tiefen unseres Lebens.
Barmherziger Gott,
Du bist für alle Menschen da, alle sind Dir wichtig,
denn in Jesus Christus hast Du die Welt geliebt.
Sein Kommen verheißt uns Frieden auf Erden.
Darum gib uns Mut und Phantasie,
für Frieden und Gerechtigkeit einzutreten,
wo immer Menschen auf unserer Erde
und die Bewahrung deiner Schöpfung
gefährdet sind.
Allmächtiger Gott,
das Kind in der Krippe
hat uns als der Mann Jesus Christus vorgelebt,
dass nicht Gewalt, sondern Liebe seine Macht ist.
Von diesem Wunder leben wir!
Gib, dass wir dieses Wunder nicht nur bestaunen,
sondern ernstnehmen.
Lass uns von seiner Liebe nicht nur reden,
sondern hilf uns,
auch liebevoll miteinander umzugehen
und so etwas zum Frieden auf dieser Welt beizutragen.
Amen
11. Weihnachtssegen
Nicht, dass jedes Leid dich verschonen möge,
noch dass dein zukünftiger Weg stets Rosen trage,
keine bittere Träne über deine Wange komme
und kein Schmerz dich quäle –
dies alles wünsche ich dir nicht.
Sondern:
Dass dankbar du allzeit bewahrst
die Erinnerung an gute Tage.
Dass mutig du gehst durch Prüfungen,
auch wenn das Kreuz auf deinen Schultern lastet,
auch wenn das Licht der Hoffnung schwindet.
Was ich dir wünsche:
Dass jede Gabe Gottes in dir wachse,
dass einen Freund du hast,
der deiner Freundschaft wert.
Und dass in Freud und Leid
das Lächeln des menschgewordenen Gotteskindes
dich begleiten möge.
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