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Jahreslosung 2026
Gott spricht: „Siehe, ich mache alles neu!“
(Offenbarung 21,5)
Predigt von Pfarrer Michael Paul zum Jahreslosungsbild 2026 der Künstlerin Ute Wengenroth und dem Lied „Sag mir, wo die Blumen sind”
Inhalt:
1. Ein Lied, das Fragen stellt
2. Der Autor: Michael Paul
3. Die universelle Sehnsucht nach Frieden
3.1. Die Entstehungsgeschichte des Liedes
3.2. Die zentrale Frage: „Wann wird man je verstehen?”
4. Die Künstlerin: Ute Wengenroth
5. Die biblische Perspektive: „Siehe, ich mache alles neu”
5.1. Die Verheißung aus Offenbarung 21,5
5.2. Jesu Kommen als Anfang der Neuschöpfung
6. Eine neue Perspektive: Gottes Reich im Alltag leben
6.1. Vertrauen statt Sorgen
6.2. Lass dir deinen Horizont erweitern. Setze deine Prioritäten richtig.
7. Jahreslosungs-Artikel
8. Gott macht alles neu – und wir dürfen mitwirken
9. Gottesdienst & Gemeinde
10. Download der Predigt als PDF
Ein Lied, das Fragen stellt
„Sag mir, wo die Blumen sind“ – dieses Lied kam mir sofort in den Sinn, als ich zum ersten Mal das offizielle Bild zur Jahreslosung 2026 von Ute Wengenroth betrachtete.
Das Lied aus dem Jahr 1955 vereint bis heute Friedensstifter und Friedenssehnsüchtige auf der ganzen Welt. Die deutsche Version von „Where Have All the Flowers Gone“, geschrieben vom US-amerikanischen Songwriter Pete Seeger, wurde 1962 durch Marlene Dietrich berühmt. Sie sang es mit ihrer unverwechselbar wehmütigen Stimme.
Siebzehn Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs waren dessen Schrecken noch allgegenwärtig, und die Kuba-Krise zeigte, dass die Welt jederzeit erneut an den Rand eines Krieges geraten konnte. „Wann wird man je versteh’n?“, sang die Dietrich, und vielen wurde bewusst: Die Gefahr eines weiteren Krieges war keineswegs gebannt.
Der Autor: Michael Paul
Michael Paul wurde am 18. Mai 1980 geboren und ist Pfarrer und Dekan.
Er sagt: „Glaube bedeutet für mich, Menschen auf ihrem Weg zu begleiten und Räume zu schaffen, in denen die Begegnung mit Gott möglich wird. Mit meinen Beiträgen hier bei „Logo – Ihr Christlicher Buchversand“ möchte ich Impulse für ein Leben aus dem Glauben geben.“
› Mehr über Michael Paul im christlichen Lexikon von LOGO aktiv
Die universelle Sehnsucht nach Frieden
Die Entstehungsgeschichte des Liedes
Dieses Lied ist in gewisser Weise ein amerikanischer Exportschlager. Pete Seeger, ein politisch engagierter Folksänger, ließ sich von dem russischen Roman „Der stille Don“ inspirieren. Dort entdeckte er das Donkosakenlied „Koloda-Duda“, das in einer Kette von Fragen und Antworten erzählt, wie aus alltäglichen Dingen schließlich Krieg entsteht.
Mich beeindruckt dieses Lied zutiefst – vielleicht auch, weil es ebenso bunt und vielschichtig ist wie unser Garten hier: Ein amerikanischer Songwriter, ein russischer Roman, der in einer Region spielt, die heute von der Grenze zwischen Russland und der Ukraine durchzogen wird, und schließlich ein jüdischer Liedtexter, Max Colpet, der mit der aus Deutschland stammenden Hollywood-Legende Marlene Dietrich befreundet war und mit ihr die deutsche Version von „Where Have All the Flowers Gone“ aufnahm: So viele Verbindungen, so viele Geschichten – und doch kreisen sie alle um eine universelle Sehnsucht nach Frieden.
Die zentrale Frage: „Wann wird man je verstehen?”
Auch wenn dieses Lied von Blumen spricht, tut es dies nicht durch die Blume. Es erzählt davon, wie aus Blumen Liebe wird, aus Liebe Soldaten, aus Soldaten Gräber – und wie dieser Kreislauf immer wieder von Neuem beginnt.
Seine zentrale Frage ist unmissverständlich: „Wann wird man je verstehen?“ – oder in der Originalfassung: „When will we ever learn?“ Diese Worte hallen durch die Jahrzehnte und sind heute so aktuell wie damals. Denn die Menschen im einst schon kriegsgeschüttelten Europa haben bis heute nicht gelernt, den Krieg zu vermeiden.
Wir alle glaubten, dieser Kreislauf sei längst durchbrochen. Doch dann holte uns der Krieg in der Ukraine auf tragische Weise wieder ein.
Der nie endende Kreislauf von Krieg und Zerstörung.
Auch wenn wir diesen Krieg aus einer gewissen Distanz erleben, fühlen wir uns hilflos, betroffen und traurig. Die Bilder von Tod und Zerstörung werfen eine drängende Frage auf: Warum lernen wir nicht aus der Geschichte?
Das Lied wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt – ein Zeichen seiner anhaltenden Popularität und kulturellen Bedeutung. Dennoch konnte diese Friedenshymne den immer wiederkehrenden Kreislauf von Krieg und Zerstörung nicht durchbrechen. Der Krieg ist zurückgekehrt, und so bleibt auch heute noch die Frage unbeantwortet: „Wann wird man je versteh’n?“
Diese Frage hallt durch die Geschichte – von den Schlachtfeldern des Zweiten Weltkriegs bis zu den aktuellen Konflikten unserer Zeit.
Die Künstlerin: Ute Wengenroth
Ute Wengenroth wurde am 06. Dezember 1971 geboren und wuchs im Westerwald auf.
Die deutsche Künstlerin hat mit ihrer Berufung ihren Lebenstraum verwirklicht. Ihre Bilder entstehen in ihrem Atelier in Limburg an der Lahn, zu dem auch eine Einrahmungswerkstatt gehört und eine Galerie, in der einige ihrer Malereien bewundert werden können.
› Exklusives Interview mit der Künstlerin Ute Wengenroth bei LOGO
Die biblische Perspektive: „Siehe, ich mache alles neu”
Die Verheißung aus Offenbarung 21,5
Doch es gibt eine Antwort, die über alle menschliche Hoffnungslosigkeit hinausweist. In der Offenbarung des Johannes spricht Gott: „Siehe, ich mache alles neu.“ (Offenbarung 21,5)
Auch wenn wir die Welt heute oft als einen Ort des Schmerzes und der Zerstörung erleben, so gibt uns diese Verheißung Hoffnung. Es ist eine Vision, die uns aufruft, die Welt mit anderen Augen zu sehen.
Der prophetische Text aus Jesaja (Jesaja 35) beschreibt eine Welt, die wie ein Garten erblüht: „Die Wüste und Einöde wird frohlocken, und die Steppe wird jubeln und wird blühen wie die Lilien. […] Dann werden die Augen der Blinden aufgetan und die Ohren der Tauben geöffnet werden.“ Ein Garten als Bild der Erlösung. Ein Garten, in dem alles sprudelt und blüht, in dem das Leben in all seiner Fülle gefeiert wird.
Dieses Bild des Gartens ist die Vision von Gottes Reich. Am Anfang der Schöpfung war der Garten ein Ort des Lebens. Und am Ende wird dieser Garten wieder da sein – voll von Freude und Leben. In dieser Vision steckt die Sehnsucht unseres Glaubens: Wir sind noch nicht zu Hause in dieser Welt, doch wir hoffen auf ein Leben, das frei ist von allem, was uns lähmt und einengt.
„Siehe, ich mache alles neu.“ (Offenbarung 21,5)
Ich kann mir kaum vorstellen, dass die Welt tatsächlich so sein könnte, wie sie in der Offenbarung des Johannes beschrieben wird und wie es die Künstlerin Ute Wengenroth für uns visualisiert hat. Die Verhältnisse auf der Erde sind so ganz anders: eine Welt voller Geschrei, Schmerz, Leid und Tod.
Aber bedeutet das, dass die Vision des Johannes falsch ist?
Nein. Denn Gott kommt nicht zum ersten Mal zu uns.
Jesu Kommen als Anfang der Neuschöpfung
Derselbe Johannes hat vom ersten Kommen Jesu auf diese Erde vor 2.000 Jahren geschrieben: „Gott wurde Mensch und wohnte unter uns.“
Durch Jesu Worte und Taten ist bereits jetzt etwas von dieser neuen Welt Gottes in unsere alte hineingekommen. Jesus hat gezeigt, dass er Macht hat über Sünde, Krankheit und Tod. Das bestätigt die Botschaft des Johannes:
Also könnte die Welt tatsächlich anders sein.
Eine neue Perspektive: Gottes Reich im Alltag leben
Vertrauen statt Sorgen
Jesus sagt: „Seht die Blumen auf dem Feld, wie sie wachsen: Sie arbeiten nicht, auch spinnen sie nicht. Ich sage euch aber, dass auch Salomo in all seiner Herrlichkeit nicht gekleidet gewesen ist wie eine von ihnen.“ (Matthäus 6,28–29)
Es gibt Menschen, die können nicht mehr vertrauen. Bei ihnen haben die Sorgen das Kommando übernommen. Die Orientierung ist weg, sie drehen sich im Kreis. Sorgen sind ihr Hamsterrad geworden. Kommt man da noch raus?
Ja – aber wie? Was bedeutet „Gottes Reich“ praktisch?
Jesus sagt: „Trachtet zuerst nach Gottes Reich und seiner Gerechtigkeit.“ (Matthäus 6,33)
Das klingt sehr theologisch, vielleicht zu heilig für unsere Alltagssorgen. Aber Jesus meint etwas ganz Simples: Betrachte die Dinge aus einer anderen Perspektive.
Lass dir deinen Horizont erweitern. Setze deine Prioritäten richtig.
„Sag mir, wo die Blumen sind?“ ist mehr als ein Lied über verlorene Schönheit – es ist ein Mahnruf. Es fragt, warum der Krieg immer wiederkehrt, warum Menschen sich nicht die Hände reichen, warum das Leid nicht endlich ein Ende findet. Diese Frage „Warum?“ ist wichtig, um die Ursachen menschlicher Zerstörung zu erkennen. Sie hilft uns, die Missstände klar zu sehen und uns bewusst zu machen, was falsch läuft. Doch diese Frage allein reicht nicht aus, um eine Lösung zu finden. Sie führt uns nicht weiter, wenn wir nicht eine Vision für die Zukunft haben.
Es braucht die Frage: „Warum nicht?“ Warum nicht eine Welt, in der Frieden herrscht, in der die Blumen wieder wachsen, in der Liebe und Hoffnung die Triebkräfte des Lebens sind? Diese Frage ist der Beginn eines Vertrauens, dass die Vision einer besseren Welt keine unerreichbare Utopie ist, sondern eine Realität, die es wert ist, angestrebt zu werden. Wir müssen die Vorstellung einer besseren Welt nicht nur in unseren Gedanken tragen, sondern auch im Hier und Jetzt danach handeln.
Das Reich Gottes zeigt uns genau diese Vision einer besseren Welt – eine Welt, wie Gott sie haben will: geprägt von Frieden, Vergebung und Liebe. Es ist eine Welt, in der die Menschen nicht nur fragen: „Wann wird man je verstehen?“, sondern in der sie anfangen zu handeln, um diese Veränderung herbeizuführen. In dieser Welt suchen die Menschen nach dem Guten – für andere, nicht nur für sich selbst. Sie leben aus dem Vertrauen, dass Gott mit uns ist und uns führt.
Diese Vision des Reiches Gottes ist keine ferne Hoffnung, sondern eine Einladung, sie in unserem Alltag zu leben. Sie fordert uns heraus, das „Warum-nicht?“ – die Möglichkeit einer anderen Welt – nicht nur zu erträumen, sondern sie aktiv zu gestalten. Und darin liegt unsere Aufgabe: nicht nur zu fragen, sondern zu handeln.
Gott macht alles neu – und wir dürfen mitwirken
Lasst uns nicht nur fragen: „Wann wird man je verstehen?“ Lasst uns nicht nur klagen über das, was war und wie es gerade ist. Sondern lasst uns anfangen, die Welt zu gestalten – in Gottes Namen, mit seiner Kraft. Denn er macht alles neu. Und wir dürfen daran mitwirken.
Die Jahreslosung „Siehe, ich mache alles neu“ (Offb 21,5) erinnert uns daran, dass Hoffnung nicht nur ein schönes Wort ist, sondern eine Realität, die Gott für uns bereithält. In der Sehnsucht, die im Lied „Sag mir, wo die Blumen sind“ zum Ausdruck kommt, liegt eine tiefe Wahrheit: Wir suchen nach einer besseren Welt. Und diese Welt ist bereits in Gottes Plan eingeschlossen. Er macht alles neu, und das dürfen wir glauben und in die Tat umsetzen.
Lasst uns gemeinsam darauf vertrauen, dass auch wir Teil dieser Erneuerung sein können – in unseren Herzen, in unserer Gemeinde und in der Welt. Denn Gott macht alles neu, und das ist unsere Hoffnung und unser Auftrag. Amen.
Weiterführende Links:
› Auslegung der Jahreslosungen
› Geschenke und mehr mit dem Jahreslosungsmotiv
› Die Losungen für jeden Tag
Literaturhinweise
- www.logo-buch.de
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