Bibel

Die Bibel ist die Sammlung biblischer Bücher, die zum Kanon gezählt werden. Zu ihr gehört das Alte Testament (AT) und das Neue Testament (NT). Sie berichtet von den Erfahrungen, die Menschen mit Gott durch alle Zeiten und Kulturen hindurch gemacht haben.

Der Name Bibel kommt von biblos

Aus dem in der Antike einst bedeutenden Hafen Byblos an der libanesischen Küste kam bereits im
1. Jahrhundert vor Christus das Mark der Papyrusstaude (biblos) nach Griechenland. Aus diesem Mark wurden die ersten Papierseiten, die dann zusammengebunden die ersten Bücher ergaben.

Biblos ist das Buch, und daher hat das Buch der Bücher, die Heilige Schrift, seinen Namen. Das Buch der Bücher aber ist eine Sammlung vieler Bücher, eine ganze Bibliothek.

Das Alte Testament

Die erste Sammlung ist das Alte Testament, das heilige Buch der Juden und Christen. Die Juden haben es in drei Teile gegliedert. Die Thora (das Gesetz): dies sind die ersten fünf Bücher, die Bücher Mose; die Nebiim (die Propheten): die früheren Propheten sind  Josua, das Richter-, die Samuel- und die Königbücher; die späteren Propheten sind Jesaja, Jeremia, Hesekiel und die zwölf kleine Propheten; die Ketubim (die Schriften): nämlich Psalmen, Hiob, Sprüche, Ruth, Hohelied, Prediger, Klagelieder, Esther, Daniel, Esra-Nehemia und die Chronikbücher.

Von den drei hebräischen Titeln bilden die Anfangsbuchstaben das Wort Tenach, mit dem die Juden die Ganzheit der heiligen Schrift bezeichnen.

In christlichen Kreisen verbreitet sich das Bewusstsein, dass der Ausdruck „Altes Testament“ den Irrtum erweckt, es handle sich um ein durch das Neue überholtes Testament. Der Ausdruck „Hebräische Bibel“ befriedigt aber auch nicht ganz, denn dann wäre das Neue Testament die griechische Bibel, und damit wäre eine Verwechslung mit der Septuaginta (LXX) gegeben, der griechischen Übersetzung der hebräischen Bibel, die einige Zusätze über den hebräischen Text hinaus enthält, z.B. die Makkabäer Bücher, das Buch Tobit und das Buch Judith, Jesus Sirach und die Psalmen Salomos.

Das Neue Tetsament

Im Neuen Testament, der griechischen Bibel, finden wir die vier Evangelien und die Apostelgeschichte, dreizehn Paulusbriefe, den Hebräerbrief, die sieben katholischen Briefe, nämlich Jakobus, zwei Petrus- und drei Johannesbriefe, dazu der Judasbrief, sowie als einzige prophetische Schrift die Offenbarung des Johannes.

Kurt Marti hat sie den „Hundert-Stimmen-Strom" genannt, in dem die EINE, „verlässliche" Stimme Gottes hörbar wird. Insofern ist sie, obwohl von Menschen geschrieben, „Wort Gottes" und Grundlage des christlichen Glaubens.

Bibelarbeit

Bibelarbeit ist jede auslegende Arbeit an der Heiligen Schrift, soweit sie nicht in der gottesdienstlichen Predigt geschieht. Sie kann jedoch zu dieser hinführen.

So rief 1525 Zwingli die „Prophezei“ im Hochchor des Groß-Münster in Zürich zusammen. Theologen und Studenten nahmen daran teil, sie bemühten sich gemeinsam um die wissenschaftliche Durchdringung des Textes, das Ergebnis wurde dann als Predigt der Gemeinde vorgetragen.

Die Entwicklung der Bibelsprechstunde

Andere Städte übernahmen diese Einrichtung. Durch Flüchtlinge kam sie nach England und wurde zu einer Quelle des Puritanismus. Bemühte sich die Prophezei im Groß-Münster, besonders um das Alte Testament, so hielt O. Myconius seit 1524 im Fraumünster derselben Stadt Bibelarbeiten über das Neue Testament. In Genf wurde ab 1550 vorgesehen, dass die Diener des Wortes an einem Tag in der Woche nach der Predigt Rede und Antwort zu stehen hatten.

In Wesel wird 1568 eine regelmäßige Bibelbesprechstunde als Gemeindeveranstaltung in einer Kirchenordnung erwähnt.

Der Pietismus griff die Idee der Zusammenkunft über der Bibel zum Studium, zum Gespräch und zum Gebet auf. Am 3. Oktober 1669 hat Philipp Jakob Spener in Frankfurt Zusammenkünfte vorgeschlagen, bei denen die biblischen Texte vernommen und erbauliche Texte gelesen werden sollten. Der schwäbische Pietismus ist in seinem Biblizismus von den „Stunden“ geprägt worden: Zusammenkünfte zu Bibelstudium und zum Gebet, die nicht nur von Pfarrern, sondern auch von frommen Männern gehalten wurden, den Stundenhaltern.

Bibelarbeit im 19. Jahrhundert

Die Erweckungsbewegung des 19. Jahrhunderts ist ohne die Bibelarbeiten der „Stillen im Lande“ – oft Laien, selten auch Pfarrer, jedoch ohne kirchliche Ordnung, manchmal im Gegensatz zur verfassten Kirche – nicht denkbar. Die durch die Erweckung geprägte Innere Mission wendet sich mit Bibelarbeit an die Menschen, die der Bibel und Kirche entfremdet sind.

1883 entsteht in Wuppertal-Elberfeld das erste „Bibelkränzchen“, insbesondere Gymnasiasten schlossen um „BK“ zusammen, aus dem Kränzchen wurde der Kreis. Im BK gingen Jugendbewegung und erweckte Bibelfrömmigkeit eine harmonische Verbindung ein.

In den Gemeinden wurden der Bibelabend, Bibelwochen und Bibelkreise zum selbstverständlichen Angebot. Dabei haben sich seit den neunzehnhundertsiebziger Jahren die Methoden (nicht mehr nur frontale Belehrung), nicht aber der Inhalt gewandelt, dies drückt sich in der Namensgebung aus „Theologischer Arbeitskreis“ oder „Bibel und Selbsterfahrung“ oder „Gespräch über der Bibel“.

Häufig finden wir ökumenische Bibelgespräche zwischen den evangelischen und katholischen Gemeinden der Nachbarschaft. Das gemeinsame Studium der Heiligen Schrift als der verbindenden Urkunde des Glaubens bringt die Konfessionen näher zueinander.

Einen festen Platz hat die Bibelarbeit beim Evangelischen Kirchentag, wo die Bibelarbeiten prominenter Theologen und Laien viele Tausende zusammenführen. Auch im Religionsunterricht findet nach Zeiten einer stärkeren Vorherrschaft ethischer und dogmatischer Fragen die Bibel wieder stärkeres Interesse.

Weitere Informationen zur Bibel:

› Bibeln im Onlineshop von LOGO

› Bibel bei Wikipedia

02622/120222
Mo.-Do. 7.30-16.30 Uhr
Fr. 7.30-14.30 Uhr
Telefonische Beratung im LOGO Online-Shop
Persönliche Beratung