Heilig

In Respekt vor Gott haben die Menschen eine Sprache entwickelt, die speziell Gott vorbehalten ist und die vorzüglich geeignet ist, der Besonderheit Gottes gerecht zu werden. Denn würden dieselben Worte, besonders Pronomen und Fürwörter, für Gott und Mensch gebraucht, dann wäre Gott bald vom Menschen nicht mehr zu unterscheiden.

Ein solches Wort ist "heilig". Es macht verständlich, warum ernsthafte Christen mit dem Nazigruß "Heil Hitler“ ihre Schwierigkeiten hatten, ersetzte er doch das in einigen deutschen Landschaften übliche "Grüß Gott" und wurde dann durch die Geschichte in seinem Unheil offenbar. Heilig ist nichts weiter als das Possessivpronomen Gottes: "es gehört Gott“.

Die heilige Taufe und das heilige Mahl sind Stiftungen Christi. Die Heilige Schrift ist das Wort Gottes an uns Menschen. Der Heilige Geist ist Gotteseigner Geist. Jerusalem ist als Stadt Gottes die Heilige Stadt, und der Heilige Abend gehört der Feier der Geburt des Heilandes. Das Heiligtum Gottes ist der Platz, der Gott allein gehört, folglich findet im Heiligtum alle menschliche Macht ihr Ende. Aus diesem Gedanken ist folgerichtig entwickelt worden, dass verfolgten Menschen am Altar Asyl zu gewähren sei. Andererseits waren die Vorschriften für das "Allerheiligste" im Tempel von Jerusalem so streng, dass nur einmal im Jahr nach besonderen Heiligungsriten der Hohepriester in das Allerheiligste eintreten durfte.

Wer ist heilig?

Die Heiligen sind Menschen, die Gott ganz gehören. In diesem Sinn erkennen in den Evangelien die Geister und Menschen Christus als den Heiligen Gottes. Die Heiligen zeigen also keine besonderen ethischen und moralischen Qualitäten, vielmehr hat Gott auf sie seinen besonderen Anspruch deutlich gemacht. So wurde Paulus nicht durch seinen Gesetzeseifer heilig, den er in der Verfolgung der ersten Christen an den Tag gelegt hat, sondern durch die Berufung zum Apostel gerade durch den, den er verfolgt hatte.

Wenn der Pietismus besonderen Wert auf die Heiligung gelegt hat, dann macht dies den Ernst der Besitznahme des Frommen durch Gott besonders deutlich. Wenn die Cherubim, die alttestamentlichen Thronwächter Gottes das dreifache "Heilig" vor Gott singen, dann nennen sie ihn, wie es Gott allein zukommt.

Alle Geschöpfe gewinnen ihr Wesen in der Beziehung zu anderem Leben, sie dienen einander zur Nahrung, zur Hilfe, zur Fortpflanzung, zur Ergänzung. Die Heiligkeit Gottes sagt, dass er allein sich selbst gehört. Die Thronwächter feiern die Selbstheit Gottes. 

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