Kasualien

Kasualien werden die pfarramtlichen Angebote in besonderen Lebensfällen des einzelnen genannt. "Kasus" ist lateinisch "der Fall". Wird der Ausdruck Amtshandlung benutzt, so soll zum Unterschied zum Sakrament betont werden, dass hier die Kirche und nicht Gott handelt.

Welche Kasualien gibt es?

So ist die Taufe zwar ein Sakrament (durch Jesus Christus eingesetzte Handlung mit gegenständlichem Zeichen zur persönlichen Gnadenzuwendung Gottes zum Gläubigen), und doch ist es zusätzlich ein besonderer "Lebensfall". Die Familie ist durch das Kind gewachsen. Als Kasualie antwortet die Konfirmation auf die seelsorgerlichen Bedürfnisse in der Pubertät und hilft den Familien bei der Ablösung der Jugendlichen aus dem Elternhaus.

Die Trauung ist das kirchliche Angebot, die Ehe unter das Wort Gottes zu stellen und sie im Namen Gottes zu segnen. Die Ordination ist die Segnung der jungen Pfarrerinnen und Pfarrer, in der Amtseinführung wird nicht nur die kommende Amtsführung des Stelleninhabers unter das Wort Gottes gestellt, sondern zugleich der Gemeinde zum Gebet befohlen und um gedeihliches Miteinander gebetet.

Auch der Übertritt von einer anderen christlichen Konfession oder der Rücktritt kann zum Anlas eines Gottesdienstes werden, jedoch wird wohl aus seelsorgerlichen Gründen meist auf diese Art der "Veröffentlichung" verzichtet. Ist das Abendmahl das zweite Sakrament unserer Kirche, so wird es als Krankenabendmahl doch zusätzlich zur Kasualie, in der das Kranksein des Patienten aufgenommen wird.

Die besondere seelsorgerliche Situation wird unter das Wort Gottes gestellt, bestimmend bleibt das Wort Gottes. Wird dies nicht beachtet, so wird aus der Predigt bei einem Begräbnis eine Trauerrede, die nicht Gott, sondern dem Verstorbenen die Ehre erweist. Schließlich sind noch die verschiedenen Segnungen zu nennen, die Menschen erbitten, was sowohl in Krisen als auch bei Jubiläen in letzter Zeit wieder zunehmend geschieht.

Manche Vereine wünschen zum Beispiel für ihr Vereinsleben eine gottesdienstliche Begleitung. In ihrer liturgischen Form sind die Kasualien einfach gehalten, sie sollen stets deutlich machen, dass in keinem anderen Namen hier gehandelt wird als im Namen des dreieinigen Gottes, Psalm und Gebet, aber auch Lied sind wichtige Bestandteile. Wie sehr auch die Auslegung in der Predigt den besonderen Lebensfall bedenkt, so hört sie doch nicht auf, Auslegung des Wortes Gottes zu sein.

Die Botschaft

Für viele Menschen sind die Kasualien das letzte Band, das sie mit der Kirche und der Botschaft von Gottes Liebe zum Menschen verbindet. Amtshandlungen bieten damit große Chancen, Menschen aus säkularem Umfeld auf christlichen Glauben hin anzusprechen, Angebote christlichen Lebens und dessen gesellschaftlicher und kultureller Relevanz zu unterbreiten.

Christliche Amtshandlungen korrespondieren oft mit natürlichen Bedürfnissen, besondere Anlässe oder Lebensabschnitte durch verhaltensstabilisierende Riten hervorzuheben. Vielfältige Versuche, Kasualpraxis und Gemeindeleben durch erlebnisnahe liturgische Formen, entsprechenden Predigtstil und Gottesdienstgestaltungen, zu verbinden. Dazu gehören auch Taufseminare, Gesprächskreise, Bildungs- und Kulturangebote.

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