Sünde

Im heutigen Sprachgebrauch kennen wir den "Verkehrssünder", der mit einem Bußgeld belegt wird, und wer sich im Karnevalslied als "kleines Sünderlein" selbst besingt, der nimmt die Sünde nicht mehr ernst, im Gegenteil, er findet es frivol und spaßig.

Im Judentum, im Christentum und im Islam meint Sünde das Fehlverhalten des Menschen gegenüber Gott. In der Bibel wird die Sünde als zum Menschen gehörig betrachtet. Sie ist die Grundverfassung des Menschen. Die Beziehung zu Gott, die durch die Sünde gestört wird, kann nur durch Gottes Gnade und die Sühne des Menschen wiederhergestellt werden.

Nach christlichem Glauben geschieht das durch die Erlösung des gläubigen Menschen durch Jesus Christus am Kreuz. Der Katholizismus unterscheidet zwischen Todsünden, die die Beziehung eines Menschen zu Gott zerstören und zur ewigen Verdammnis führen, und lässlichen Sünden, die zwar auch schwerwiegend sein können, aber nicht das Band zu Gott durchtrennen. Diese Unterscheidung wird im Protestantismus abgelehnt.

Das biblische Gegenwort zur Sünde ist die Gerechtigkeit »Abram 134 glaubte dem HERRN, und das rechnete er ihm zur Gerechtigkeit« (Gen I 5 ,6). Aus dem Gottvertrauen erwächst für Abram die Gerechtigkeit. Mangelndes Gottvertrauen dagegen zerstört die Gerechtigkeit, ist Sünde. Sünde ist somit die Beschreibung der Distanz zu Gott, die Entfernung von Gott.

Der Sündenfall Adam und Eva

Durch den Sündenfall entfernten sich der Mensch (Adam) und die Mutter aller Menschen (Eva) von Gott, sie mussten sich verstecken und sie schämten sich vor Gott. Wenn andererseits Gott die Sünden vergibt, dann stellt er die Nähe wieder her, die Trennung wird aufgehoben.

Die Versöhnten nehmen miteinander am Tisch Platz und essen miteinander. So stellt das Abendmahl die Vergebung der Sünde dar und lässt die Nähe zu Gott – und deshalb selbstverständlich auch zu den Menschen – erfahren. Sünde ist deshalb nicht die verfehlte Tat, der einzelne Verstoß gegen ein Gebot.

Durch die Liebe Gottes

Die Nichtbeachtung der Gebote Gottes zeigt, dass wir uns von Gott entfernt haben: meist geschah die Entfernung, die Loslösung von Gott aber schon lange zuvor. So vermag auch jener, der niemals etwas Böses tat, doch der "Gott einen lieben Mann sein lies", tief in der Sünde gefangen sein, während aber auch dem Zöllner, der häufig die Gebote übertreten hatte, und der großen Sünderin als Beispiel durch die Liebe Gottes die Gerechtigkeit geschenkt werden kann. "So halten wir dafür, dass der Mensch gerecht werde ohne des Gesetzes Werke allein durch den Glauben.“ (Römer 3,28)

 

Weitere Informationen zu dem Thema Sünde:

Sünde in der Bibel

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