Eine Feuertaufe bestehen

Bedeutung:

Eine Bewährungsprobe durchmachen

Erläuterung:

Entweder zum ersten Mal im feindlichen Feuer stehen oder seinen ersten mutigen Einsatz bei einer anderen Sache haben, z. B. beim Ballonfahren. Anmerkung: Eine sogenannte Feuertaufe ist in manchen Gegenden Deutschlands bei der ersten Heißluftballonfahrt als Ritual üblich.

Zum Zeichen dafür, dass die Mutprobe bestanden ist, wird ein Zipfel des Haupthaares mit einem Feuerzeug kurz angezündet und sogleich mit Sekt gelöscht.

Beispiel:

Der Rekrut bestand seine Feuertaufe bei seinem ersten Sprung mit dem Fallschirm.

Bibelstelle:

Mt 3,11: „Ich taufe euch nur mit Wasser (zum Zeichen) der Umkehr. Der aber, der nach mir kommt, ist stärker als ich, und ich bin es nicht wert, ihm die Schuhe auszuziehen. Er wird euch mit dem Heiligen Geist und mit Feuer taufen.“

Kommentar:

Dem Feuer wurde zurzeit Jesu eine reinigende Kraft zur Erneuerung des Menschen zugeschrieben. Daher kündigt Johannes der Täufer auch in der Parallelstelle in Lk 3,16 an, dass nach ihm der Messias (oder der Prophet, der nach ihm komme und größer sei als er selber) die Menschen statt nur mit Wasser sogar mit dem Heiligen Geist und mit Feuer taufen werde.

Das Pfingstereignis, in dem der Heilige Geist auf die Apostel in Gestalt von Feuerszungen herabkam (Apg 2,3), gilt im Allgemeinen als Erfüllung dieser prophetischen Ankündigung von Johannes dem Täufer. Dort heißt es wörtlich:

„Als der Pfingsttag gekommen war, befanden sich alle am gleichen Ort. Da kam plötzlich vom Himmel her ein Brausen, wie wenn ein heftiger Sturm daher fährt, und erfüllte das ganze Haus, in dem sie waren. Und es erschienen ihnen Zungen wie von Feuer, die sich verteilten; auf jeden von ihnen ließ sich eine nieder. Alle wurden mit dem Heiligen Geist erfüllt und begannen, in fremden Sprachen zu reden, wie es der Geist ihnen eingab“ (Apg 1,1-4).

Anwendung:

Wer heute eine Feuertaufe besteht, wird wegen seiner Bewährung bei einem gefährlichen Tun respektiert.

 

 

Literaturhinweise


  • Steger, Heribert: 333 biblische Redensarten. Pattloch Verlag 1998
  • Die Texte der Bibel wurden in der Regel zitiert nach der Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift. Stuttgart 1980
  • Mieder, Wolfgang: Die biblischen Sprichwörter der deutschen Sprache. Sprichwörterforschung Band 8. Bern 1987
  • Schäfer, Heinz: Biblischer Zitatenschatz. Stuttgart 1994
  • Krüger-Lorenzen, Kurt: Deutsche Redensarten und was dahintersteckt. München 1996
  • Wolkenstein, Daniel: Das neue Buch Redewendungen. Ein fundiertes Nachschlagewerk für jedermann. Wien 1997
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