Ein Gang durch das Gotteshaus

Kommen Sie mit zu einem Gang durch das Haus Gottes und lernen Sie viele wichtige Gegenstände und Orte kennen, die eine tiefe christliche Symbolik besitzen.

Beginnen wir mit den Symbolen außerhalb des Kirchenraumes, das ist zuerst das Gebäude selbst, der Kirchturm mit der Kirchturmspitze, der Uhr und den Glocken.

 

Die Kirche

Wenn sich eine Gruppe von Menschen versammeln will,  benötigt sie einen Raum oder ein Haus. Einst versammelte sich die christliche Gemeinde  "hin und her in den Häusern"  (Apostelgeschichte 2,46).

Als die Gemeinden größer wurden, genügten diese kleinen Räume nicht mehr. Man baute "Häuser, die dem Herrn (Jesus Christus) gehören", griechisch "kyriake", was abgeleitet ist von dem Wort "kyrios", Herr. Von diesem griechischen Wort kommt unser Lehnwort "Kirche".

Unser deutsches Wort "Gotteshaus"  gibt also diesen für uns gängigen Begriff "Kirche" richtig wieder. Die Gemeinden legten großen Wert darauf, ein würdiges Gotteshaus zu besitzen. Sie scheuten weder Geld noch andere Opfer, um einen würdigen Versammlungsraum,  eine würdige Kirche ihr Eigen zu nennen: zum Singen und Beten, Predigen und Hören, für Tauf- und Abendmahlsfeiern.

Dieses Gotteshaus, zumeist in der  Mitte des Ortes errichtet, sollte ein Bekenntnis zum Herrn sein und als "Herrenhaus" auf den wahren Herrn dieser Erde hinweisen. Wo immer wir auf eine Kirche treffen, weist sie uns darauf hin, dass sie Ausdruck eines Bekenntnisses zu dem Herrn sein will, bei dem man sich geborgen weiß.

Die Kirche in unseren Dörfern und Städten sagen uns: Bei Jesus Christus, unserem Herrn, sind wir geborgen in Zeit und Ewigkeit.

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Der Kirchturm

Das auffälligste Kennzeichen einer Kirche ist der Turm. Ihn sehen wir schon von weitem zuerst. Der Turm ragt wie ein ausgestreckter Finger in den Himmel und macht auf die Kirche und den Herrn der Kirche aufmerksam: "Es ist nur ein Gott und sonst keiner!"

Die Kirchtürme haben je nach Baustil verschiedene Formen, zum Beispiel Zwiebel oder Spitzen. Kennzeichnend für die Türme war früher, dass sie alle anderen Häuser des Ortes weit überragten. Fast alle Türme tragen eine weithin sichtbare Spitze mit Kreuz, Hahn oder Schwan oder verschiedenen anderen Symbolen.

Die meisten Türme sind zugleich Glockentürme und lassen den Schall der Glocken weithin hören. Viele Türme sind auch Uhrtürme, sie haben an einer, zwei oder allen vier Seiten eine Uhr. Eine Kirche ist wegen ihres Turms nicht zu übersehen und bezeugt damit: "Wir haben nichts zu verbergen."

Dass mit dem Kirchenturm, der Gott groß machen will, der falsche Turm, der den Menschen verherrlichen will (vgl. Mose 11, 1-9) abgewehrt werden soll, ist anzunehmen. Möglicherweise wollten die alten Turmbauer auch an die neue Stadt Jerusalem erinnern (Offenbarung 21,23), die wie ein Turm in den Himmel reicht und ein Turm zu Gottes Lob ist.

Die Kirchtürme sagen uns: Es gibt nur einen Gott! Vergesst ihn nicht!

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Die Turmspitze

Turmspitze

Die Turmspitzen sind vielfältig gestaltet. Man wollte die höchste Stelle des Turmes zu einer Predigt nutzen. Wetterfahne, Kugel, Stern, Kreuz, Engel, Hahn, Schwan und manches andere kann man auf den verschiedenen Kirchtürmen entdecken. Die für uns wichtigsten sind Kreuz und Hahn.

Die meisten katholischen Kirchen (nicht alle!) sind durch ein Kreuz auf dem Turm gekennzeichnet. Das Kreuz erinnert uns an Jesus Christus, der für uns gelitten hat, der gestorben und auferstanden ist. Es ist ein christliches Kennzeichen, das auch sonst in den Kirchen zu sehen ist.

Die meisten evangelischen Kirchen (nicht alle!) haben einen Hahn auf der Turmspitze. Der Hahn erinnert an Petrus, der am Vorabend des Todes Jesu seinen Herrn verleugnet hat: "Ehe der Hahn zweimal kräht, wirst du mich dreimal verleugnen" (Markus 14, 26-42, 66-72).

Der Hahn macht deutlich, wie schnell man, fast unbemerkt, den Herrn verraten und verleugnen kann. Diese ernsthafte Aussage wird manchmal durch den Wetterhahn etwas neutralisiert.

Die Turmspitzen sagen uns: Denkt an Jesus Christus und verratet und verleugnet ihn nicht!

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Die Turmuhr

Turmuhr

Nicht alle Kirchtürme tragen Uhren. Aber es sind noch viele. Der Kirchturm, wenn nicht der einzige, so doch der höchste Turm in Dorf und Stadt, musste anzeigen, was die Stunde geschlagen hat, als noch niemand eine Uhr zu Hause, geschweige denn bei sich in der Tasche oder am Arm hatte. Man war auf die Uhr und ihren Stundenschlag angewiesen.

Die Kirche gab mit ihrer Uhr die Zeit an. Zunächst ging es aber weniger um die Kirche, als vielmehr um den Herrn der Kirche, der mit der Uhr am Kirchturm auch als der Herr der Zeit bezeugt wurde. Menschen, die die Uhren an den Kirchtürmen anbrachten, bekannten damit: "Meine Zeit steht in deinen Händen" (Psalm 31,16). 

Die Zeit ist uns Menschen als Darlehen gegeben. Wir können mit ihr anfangen, was wir wollen, sie verbringen, sie vertreiben, sie totschlagen, sie nutzen. Aber Anfang und Ende der Zeit bestimmt der Herr der Zeit. Die Kirchturmuhren erinnern uns an die Ewigkeit.

Kirchturmuhren sagen uns: "Schlagt die Zeit nicht tot!" Sie mahnen uns: "Kauft die Zeit aus!" (Epheser 5,16).

 

Die Glocken

Glocken sind zunächst nichts typisch kirchliches oder christliches. Auch heute gibt es Glocken in vielfältiger Form: an Haustüren, auf Rathaustürmen und an Rinderhälsen auf der Weide. Die Glocken wollen für jemand Gehör verschaffen oder jemand möchte sich Gehör verschaffen.

Die Kirchenglocken kündigen an, dass Gott reden will und laden auf diese Weise zum Gottesdienst ein. Sie erinnern uns zum Beispiel durch das Läuten am Samstagabend an den folgenden Sonntag ("Glocken läuten den Sonntag ein"), in dessen Mittelpunkt der Gottesdienst steht.

Zu jedem Gottesdienst läuten die Glocken, am Sonntag und am Werktag, zu Trauung, Taufe und Bestattung. Sie rufen da und dort auch noch zum Gebet, wenn ihr Schall nicht durch den Verkehrslärm übertönt wird. Es gibt Morgen-, Mittag- und Abendläuten. Von daher ist verständlich, wenn sich Kirchengemeinden – mit Recht – dagegen wehren, das Glockenläuten für weltliche Zwecke zu genehmigen.

In katholischen Gemeinden werden in der Passionszeit gelegentlich die Glocken durch Rätschen ersetzt.

Die Glocken werden in besonderen Gießereien gegossen (vgl. dazu das "Lied von der Glocke" von Schiller). Es gibt kleine und große, hohe und tiefe Glocken. Und je nach Platz auf dem Turm und Vermögen einer Gemeinde gibt es ganz kleine Geläute (ein oder zwei Glocken) oder größere (drei und mehr Glocken). Die Töne der Glocken sind dann aufeinander abgestimmt; etwa a, g, c, d (die Anfangstöne des Chorals "Christ ist erstanden").

Die Glocken sagen uns: Vergiss den Gottesdienst und das Beten nicht.

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Die Kirche betreten wir durch die Kirchtür im Portal und kommen in das Kirchenschiff, das viele Symbole unseres Glauben beinhaltet.

 

Die Kirchentür oder Pforte

Kirchentür

Zu jedem Haus gehört eine Tür. Es lag nahe, gerade den Eingang in die Kirche schön zu gestalten und mit plastischem Schmuck zu umgeben. Sie bildeten das Portal. Dabei fällt auf, wieviel Liebe in die Gestaltung der Türen, ja der ganzen Eingänge investiert wurde.

Es sollte von außen schon klar und deutlich werden, welches Haus man betrat. Die Türen sind oft mit Bildern, Schnitzereien oder Schmiedearbeiten versehen, die biblische Geschichten oder Episoden aus Gemeinde und Kirche darstellen und Einblicke in die Kirchengeschichte geben.

Die Tür ist ein für sich sprechendes Bild. Jesus benutzt in seinen Reden dieses Bild. Er sagt: "Gehet ein durch die enge Pforte!" (Matthäus 7,13). Oder: "Ich bin die Tür zu den Schafen" (Johannes 10,7).

Die Kirchentüren sagen uns: Kommt herein und hört die Geschichten der Bibel!

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Das Kirchenschiff

Der große Kirchenraum wird "Schiff" genannt. Diese Benennung rührt vom Aussehen her. Die hohen Wände schützen. Das Schiff bietet Rettung im weiten Meer. Im Meer kann man untergehen. Im Schiff ist man geborgen. Und wie oft hat das Kirchenschiff tatsächlich vor Gefahr bewahrt und Feinde abgehalten.

Schon vor Jahrhunderten wurde es üblich, nicht nur diesen Raum, sondern auch die Menschen, die sich in diesem Raum versammelten, "Schiff" zu nennen. Die Gemeinde ist das "Schiff", in dem sich Menschen geborgen wissen (vgl. das Lied "Ein Schiff, das sich Gemeinde nennt").

Auch das Symbol der ökumenischen Bewegung ist nicht umsonst das Schiff, in dem man sich geborgen weiß.

Das Schiff rettet vor dem Sturm und vor dem Untergang, wie die Arche Noahs (1. Mose 6–8), wie beim Sturm auf dem See Genezareth. Bei dieser Sturmgeschichte (Matthäus 8,23–27) aber zeigt sich, dass das Schiff erst dann retten kann, wenn Jesus Christus dabei ist. Ohne ihn geht das Schiff unter.

Darum ist der Bau des Kirchenschiffs ganz bewusst so angelegt, dass man dorthin blicken muss, wo dieser Herr verkündigt wird: zu Kanzel, Taufstein und Altar.

Das Kirchenschiff sagt uns: Im Schiff der Gemeinde bist du geborgen.

 

Der Chorraum

Der Chorraum ist die Fortsetzung des Kirchenschiffs. Dieses war früher den Laien vorbehalten, der Chorraum den Priestern. Da früher nur die Priester sangen, gemeinsam als Chor, nannte man den Raum, der für diesen Priesterchor vorgesehen war, den Chor-Raum, der durch die Kanzel vom Kirchenschiff getrennt war.

Die Geistlichen mussten und müssen durch die Botschaft Gottes den Himmel öffnen und Menschen den Weg zu Gott weisen. Sie hatten ihren Auftrag darin zu sehen, den Laien den Weg zu Gott zu ermöglichen. Die Geistlichen waren die Stellvertreter Gottes.

Evangelische Christen können heute die Trennung zwischen Chor und Schiff so nicht mehr verstehen und bewerten; dennoch nehmen sie den Hinweis auf, dass wir durch den Chorraum auf den offenen Himmel Gottes aufmerksam gemacht werden.

Heute singen nicht nur die Priesterchöre, sondern auch die Gemeinden und meistens wird auch nicht mehr im Chorraum unserer Kirchen gesungen.

In katholischen Kirchen befindet sich meist der Hochaltar mit Tabernakel im Chorraum.

Der Chorraum sagt uns: Gottes Himmel ist für uns offen.

 

Der Tabernakel

In katholischen Kirchen befindet sich im Chorraum der sogenannte Tabernakel. Das lateinische Wort "tabernaculum" bedeutet "Hütte", "Zelt".

Darin werden die übrig gebliebenen, im Gottesdienst geweihten Hostien aufbewahrt, in denen nach katholischer Ansicht Jesus Christus selbst gegenwärtig ist. Aus diesem Grund können sie nicht einfach verzehrt oder weggeworfen werden, sondern werden für den nächsten Gottesdienst verwahrt.

 

Die Sakristei

Die Sakristei ist ein kleiner Raum im Kirchengebäude. In römischen Basilikenist er wegen der Einzüge nahe dem Eingang gelegen, später durch veränderte Traditionen nahe dem Altarraum. Von ihm aus kommt man in den Chorraum oder ins Kirchenschiff, zu Kanzel, Altar und Taufstein. Das Wort "Sakristei" kommt vom lateinischen "sacer", das heilig, geweiht, ehrwürdig bedeutet.

Es ist also ein sakraler, ein heiliger Raum, der dem Dienst der Verkündigung bzw. der Vorbereitung dieses Dienstes zur Verfügung steht. In der Sakristei bereitet sich der Pfarrer noch einmal für seinen Dienst im Gottesdienst vor, wird still, betet und besinnt sich auf das, was Gott durch ihn sagen will und kleidet sich ein. In manchen Gemeinden steht die Sakristei auch für die Beichte zur Verfügung.

Die Sakristei dient im Protestantismus der Gottesdienstvorbereitung, dem Gespräch, der Andacht und im Zusammenhang mit Kirchenöffnungen, Citykirchenarbeit, als Raum der Seelsorge.

Außer diesen ursprünglichen Verwendungszwecken dient die Sakristei heute auch als Aufbewahrungsort für alle liturgischen Bücher, Mittel, Textilien und Geräte, die zum Gottesdiensthalten nötig sind: Paramente, Kerzen, Agenden, Instrumente, Liederbücher und Bastelmaterial für den Kindergottesdienst, Verteilmaterial für die Gemeinde, Schaukastenmaterial und Geräte aller Art wie Lichtbildwerfer, Tageslichtschreiber usw.

Die Sakristei wurde im Barock als liturgischer Raum genutzt, z. B. für Privatmessen, auch Trauungen (Goethe und Christiane Vulpius in der Sakristei der Jacobskirche in Weimar).

Wenn in der Gemeinde ein Gemeindehaus fehlt, muss die Sakristei sogar als Wahllokal dienen.

Die Sakristei sagt uns: Gottes Wort muss aus der Stille kommen, bedarf aber oft menschlicher Mittel, um bei uns anzukommen.

 

Die Krypta

Krypta

In alten Kirchen und Kapellen gibt es manchmal eine Krypta. Dieses Wort kommt aus dem Griechischen und bedeutet "das Verborgene" oder "der verborgene Raum".

Eine Krypta erinnert an die erste Christenheit und besonders an die Zeiten, in denen die Christen verfolgt wurden. Damals suchten sie für ihre Versammlungen verborgene Orte. So kamen sie zum Beispiel in Katakomben (das sind unterirdische Gänge und Gewölbe) zusammen, in denen man früher die Verstorbenen beisetzte.

Die Christen hatten keine Angst vor den Toten. Sie hielten ihre Gottesdienste bei und mit den Toten. In Erinnerung an diese Uranfänge der Christenheit wurden später, als die Gemeinden sich eigene Gebäude (Kirchen) bauten, solche verborgenen Räume unter der Kirche, und zwar unter Kreuz und Altar, eingerichtet. Man nannte sie Krypta und begrub darin Verstorbene; häufig waren es angesehene Tote wie Bischöfe und Fürsten.

Die Krypta sagt uns: Die Kirche unter dem Kreuz ist oft eine verfolgte Kirche.

 

Die Säulen

Vor allem alte Kirchen haben einen Innenraum, der durch Säulen bestimmt wird. Sie tragen das Dach. Diese Säulen, die auch das Hauptschiff von den Nebenschiffen trennen, sind oft sehr kunstvoll gestaltet. Säulen sind uns zunächst außerhalb von Kirchen bekannt: freistehende "Ehrensäulen", die man zu Ehren von berühmten Menschen aufstellte, oder Siegessäulen, die an siegreich geschlagene Schlachten erinnerten, oder Fruchtsäulen, die am Ende des Erntejahres als Dank aufgerichtet werden.

Die Säulen würdigen also bestimmte Personen oder Ereignisse.

Den Begriff "Säule" kennen wir auch aus einem anderen Zusammenhang. Wir nennen gelegentlich einen Menschen, der für eine Gruppe wichtig ist, eine "Säule". Die Apostel etwa werden Säulen der Urgemeinde genannt.

Im Mittelalter hat man mit den Säulen in den Kirchen ganz bewusst an diese apostolischen Säulen erinnert, an diese Männer, die besondere Verantwortung in der Gemeinde trugen. In Offenbarung 3,12 wird sogar gesagt, dass der, der mit seinem Glauben durchhält, eine "Säule im Tempel Gottes" werden solle.

Die Säulen sagen uns: Scheut euch nicht vor der Verantwortung in der Gemeinde und traut den alten Zeugen der Kirche.

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Die Fenster

Zu einem Haus, in dem man wohnen möchte, gehören Fenster, die das Licht von außen in den Innenraum hereinlassen. Fenster gehören auch zu einer Kirche. Allerdings sind Kirchenfenster etwas Besonderes. Das Glas ist meist kein gewöhnliches Fensterglas. Man kann von außen nicht in den Innenraum blicken und von innen nicht nach draußen sehen. Künstler haben sich viel einfallen lassen, um diese Fenster kunstvoll zu gestalten.

Die Art der Gestaltung macht deutlich, dass die Kirchenbesucher mehr brauchen als die Sonne am Himmel. Sie sind auf das Licht Gottes angewiesen. Die bunten Scheiben deuten mit ihrer Farbenpracht auf die Herrlichkeit Gottes hin. Viele Fenster sind als Glasbilder gestaltet.

Sie halten ihre Predigt mit den Darstellungen der biblischen Geschichte und erinnern an Momente der Kirchengeschichte, aber nur den Betrachter, der in den Innenraum geht. Erst von innen erschließen sich Schönheit und Bedeutung der Fenster. Wer nur von außen an die Bilder herantritt, sieht und versteht nichts.

Die Kirchenfenster sagen uns: Wir leben von Gottes Licht.

 

Das Kirchengestühl

Viele Kirchen haben heute lange Bänke oder Stuhlreihen. Bänke und Stühle lassen den Blick nach allen Seiten frei und können das Gefühl der Gemeinschaft aufkommen lassen. Der einzelne Kirchenbesucher weiß sich nicht allein.

Er sieht den, mit dem er singt und hört und betet. In alten Kirchen findet man noch da und dort ein Kirchengestühl. In den einzelnen Kirchenstühlen ist Platz zum Stehen, Sitzen und Knien. Jeder einzelne Christ hat seinen eigenen, abgegrenzten Stuhl.

Er ist ganz für sich und steht, sitzt oder kniet ganz allein vor Gott. So wichtig die Gemeinschaft in der Kirche und das Wissen um die Zusammengehörigkeit sind, so wichtig ist der Einzelne vor Gott und bei Gott.

In der christlichen Kirche ist beides nötig: allein und gemeinsam vor Gott leben. Dass es auch um den Einzelnen und den ganz bestimmten Christen geht, wird an den Namen deutlich, die in manchem Kirchenstuhl – aber auch sonst auf alten Kirchenbänken -  stehen.

Der Kirchenstuhl sagt uns: Ich habe meinen Platz in der Kirche vor Gott.

 

Die Orgel

Ohne Musik ist eine christliche Gemeinde nicht zu denken. Neben Posaunen, Blas- und Streichorchester und Gitarren ist und bleibt die Orgel das Hauptinstrument. Sie gilt überall als die Königin der Instrumente, weil in ihr vielerlei Instrumente vereinigt sind oder nachgebildet werden: Posaune und Zimbel, Trompete und Viola; so heißen dann auch einzelne Register.

Wahre Meisterwerke wurden in den vergangenen Jahrhunderten gebaut, und Orgelbaumeister waren angesehene Leute. Heute gibt es schon – im Zuge der technischen Fortentwicklung – (billigere) elektronische Orgeln.

Die alte (teurere) Pfeifenorgel, die auch heute noch gebaut wird, versucht die menschliche Stimme nachzuahmen und zu verstärken. Der nötige Wind strömt aus dem Blasebalg (= Lunge) durch die Windkanäle (= Luftröhre) in die Pfeifen und Zungen (= Mund). Die meisten Orgeln haben mehrere Manuale (zum Spiel mit den Händen) und ein Pedal (zum Spiel mit den Füßen).

Die Orgel ist nicht Herrin, sondern Dienerin des Wortes Gottes, so wie die ganze Kirchenmusik. Die Orgel will die Gemeinde zum Singen anregen und ermuntern und sie beim Singen begleiten.

Die Orgel sagt uns: Das Lob Gottes kann nicht laut und schön genug gesungen und musiziert werden.

 

Die Kanzel

Unter "Kanzel" verstehen wir heute den Platz, das Pult oder Podest, von wo aus der Pfarrer predigt. Ursprünglich – in früherer katholischer Zeit – meinte man aber mit der Kanzel (lat. cancelli = Schranken) die Chorschranken, die das Kirchenschiff und den Chorraum voneinander trennten. Diese wurden auch Speisegitter genannt, da hier die Priester die Hostie austeilten.

Später wurde damit der halbhoch umschlossene und nach oben meist durch einen Schalldeckel begrenzte Standort für die Predigt bezeichnet. Um den Prediger besser sehen und hören zu können, erhöhte man diesen Platz.

Wie alles in der Kirche, so wurde auch die Kanzel reichlich verziert und vielfältig gestaltet. Bilder und Symbole wurden angebracht, biblische Geschichten und Gestalten, Mose oder die Propheten, oft auch die vier Evangelisten (Matthäus, Markus, Lukas, Johannes) wurden dargestellt, um auf diese Weise auf die Botschaft, den Inhalt der Predigt hinzuweisen.

In alten Kirchen hat man die Stütze oder den Sockel der Kanzel, die Kanzel selbst und das "Dach", den Schalldeckel über der Kanzel, als Einheit verstanden, baulich, gestalterisch und thematisch. Auf dem Kanzeldeckel sind gelegentlich Engel dargestellt oder sonstige Hinweise auf die Ewigkeit zu sehen.

Eine besondere Entwicklung in der evangelischen Kirche stellten die Kanzelaltäre dar. Hier wurde die Verbindung von Predigt und Abendmahl als Grundelemente des Gottesdienstes besonders deutlich.

Die Kanzel sagt uns: Nur wer auf Gottes Wort hört, kann auch gehorchen und so zu Gott gehören.

 

Der Altar

Der Altar steht im Mittelpunkt des Chorraums. "Altar"  kommt aus dem Lateinischen (altare) und bedeutet hoher Opfertisch, Opferherd, Altaraufsatz. Die Bezeichnung des frühen Christentums für den hölzernen Tisch, an dem das Abendmahl gefeiert wurde (z. B. 1. Kor 10,18–21), erinnert an den Berg Sinai (die Bekanntgabe des Gesetzes, der Zehn Gebote) und an den Berg Golgatha (die Opferung Jesu als Inhalt des Evangeliums).

Der Altar ist der Ort der Kommunion und des Abendmahls.

Für katholische Christen ist die Eucharistiefeier ein Opfermahl. Daher ist der Altar für sie der Ort, auf dem ein (unblutiges) Opfer gebracht wird. Die Form der alten Stein-Altäre gleicht einem Opfertisch (der Stein gehört zur Opferhandlung), aber auch einem Sarg oder gar einem Grab, wobei an den Tod Jesu und sein Grab gedacht wird, aber auch an den Tod aller Menschen, für die der Tod Jesu gilt.

Da das Abendmahl für evangelische Christen keine Opferhandlung und kein Opfermahl ist, ist der Altar für sie auch nicht der Ort, auf dem ein Opfer (wenn auch ein unblutiges) gebracht wird, sondern der Abendmahlstisch, an den zu Brot und Wein eingeladen und somit an das letzte Mahl Jesu mit seinen Jüngern erinnert wird.

Die Tischform aus Holz, in vielen neuen evangelischen Kirchen üblich, entspricht am meisten dem biblischen Verständnis des Abendmahls als eines Mahls der Gemeinschaft Jesu mit seinen Jüngern und der Gemeinde untereinander.

Seit dem Mittelalter errichtete man auf der Rückseite des Altars einen Aufsatz, der durch Darstellungen von Heiligen, biblischen Geschichten usw. gestaltet wurde.

Seit dem 4. Jhd. wird der Altar auch als Ort des Schutzes und der Zuflucht verstanden: Selbst die größten Verbrecher durften nicht in der Kirche und vor allem nicht am Altar ergriffen werden.

Der Altar sagt uns: Du bist eingeladen an den Tisch Jesu Christi und damit zum Mahl des Lebens in Zeit und Ewigkeit.

 

Die Altarbibel

Altarbibel

Das Wort "Bibel" kommt aus der griechischen Sprache (biblos) und heißt "Buch". So wichtig ist für Christen die Bibel Alten und Neuen Testaments, dass sie ganz schlicht von "dem Buch" reden können und dann wissen, was gemeint ist. In ihren beiden Teilen bringt die Bibel die ganze gute Botschaft Gottes zu uns Menschen.

Die Bibel hat ganz bewusst ihren festen Platz auf dem Altar, um das "sichtbare Wort" (Brot und Wein), das vom Altar her ausgeteilt wird, zu deuten, um das Abendmahl von anderen Mahlzeiten zu unterscheiden. In jedem Gottesdienst wird aus der Bibel vorgelesen. Ohne Bibellesung kann man sich keine Kirche und keinen Gottesdienst vorstellen.

Die Altarbibeln sind oft kostbare Ausgaben, kunstvoll (von wahren Künstlern) in Leder gebunden, mit Goldschnitt versehen, auf kostbarem Papier gedruckt und wunderbar ausgemalt. Viele alte Altarbibeln haben eine bewegte Geschichte und spiegeln die Geschichte ihrer Kirchengemeinde wider.

Die Altarbibel sagt uns: "Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Wege" (Psalm 119,103).

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Der Leuchter

Leuchter

Die Praxis, Leuchter, Kerzen und (Öl) Lampen in den Kirchen aufzustellen, kommt aus der Zeit, in der es keine anderen Möglichkeiten gab, die Kirchen zu beleuchten. Auf den Altar Leuchter zu stellen, haben die Kirchen aus dem jüdischen Synagogen- und Tempelgottesdienst übernommen (s. auch den nächsten Abschnitt "Kerzen").

Der siebenarmige Leuchter, die jüdische "Menora", findet seine Entsprechung in unseren Kirchen: Je drei Leuchter zu den beiden Seiten des Altarkreuzes beziehen das Kreuz als das siebte Licht mit ein.

Damit wird der Gekreuzigte, der Kruzifixus, als Licht bezeichnet, als das Licht der Welt bekannt. Die Zahl "sieben" setzt sich in der christlichen Kirche aus der Summe der Dreieinigkeit (Vater, Sohn und Geist) und der Vierzahl der Elemente (Erde, Wasser, Feuer und Luft) zusammen. Die Siebenzahl ist die Zahl der Vollkommenheit (sieben Tage der Woche usw.). Wenn nur vier Leuchter aufgestellt sind, dann sollen sie wohl an die vier Evangelisten erinnern. Und wenn es nur zwei sind, dann weisen sie auf das Alte Testament und Neue Testament hin oder – wenn das Kreuz einbezogen wird – auf die Dreieinigkeit.

Die Leuchter sagen uns: Jesus Christus ist das Licht der Welt; seid auch ihr das Licht der Welt.

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Die Kerzen

Der Brauch, Leuchter und Kerzen auf dem Altar aufzustellen, wurde beibehalten, auch als andere Lichtquellen in den Kirchen installiert wurden. Die Kerzen hatten zunächst einmal den Sinn, das Lesen zu ermöglichen. Der Brauch, Kerzen zu brennen, ist sinnvoll.

Die Kerze macht deutlich, was Liebe ist: "Er muss wachsen, ich aber muss abnehmen" (Johannes 3,30). Die Kerze verzehrt sich durch ihr Leuchten, im Dienst für andere: "Niemand hat größere Liebe denn die, dass er sein Leben lässt für seine Freunde" (Johannes 15,13).

Es gibt Vorrichtungen, die die abbrennenden Kerzen immer in der gleichen Höhe halten. So schön gleich hohe Kerzen auch aussehen mögen, sie machen das Leuchten für andere, dieses sich Verzehren für andere nicht deutlich.

Elektrische Kerzen am Christbaum (in der Kirche) mögen gelegentlich ein nötiger, weil ungefährlicher Ersatz für echte Kerzen sein, aber sie sind und bleiben ein schlechter Ersatz – wegen der Deutung.

Die Kerzen sagen uns: Vergiss den Dienst Jesu an dir nicht und vergiss den Dienst nicht, den du zu tun hast.

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Die Paramente

Kirchturm

Kanzel und Altar werden mit besonderen Tüchern behängt, die man Paramente (= das Bereitete) nennt. Tischtücher machen eine Mahlzeit festlich. Die Paramente sollen den Gottesdienst und das Mahl festlich gestalten. Die Vorderseite des Altars bedeckt das "Frontale" (= das Stirntuch) oder das Antependium (= das Herabhängende), das nur ein Streifen ist, also nicht den ganzen Altar bedeckt.

Von der Kanzel hängt der "Kanzelbehang" herab. Altar- und Kanzelparamente werden in den gleichen liturgischen Farben hergestellt und benützt. Die Paramente begleiten die Gemeinde durch das ganze Kirchenjahr.

Die Grundfarbe Weiß kennzeichnet Christusfeste (Weihnachten und Ostern zum Beispiel), Rot die Kirchenfeste (wie Pfingsten und Reformationsfest), Violett die Fastenzeiten (Advents- und Passionszeit), Schwarz den Karfreitag und die Trauergottesdienste, Grün alle übrigen Sonntage im Kirchenjahr, die keinen besonderen Schwerpunkt haben.

Die Paramente sind meist künstlerisch gestaltet, von einer eigens dazu eingerichteten Paramenten-Werkstätte oder von talentierten Frauen der Gemeinde.

Die Paramente sind gestickt, gewebt oder geknüpft. Symbole, Zeichen oder gar ganze Bilder weisen auf die Kirchenjahreszeit oder den bestimmten Sonntag hin.

Die Paramente sagen uns: Die Botschaft von Jesus Christus ist immer dieselbe; sie hat aber im Laufe des Kirchenjahres ihre verschiedenen Schwerpunkte.

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Der Blumenschmuck

Blumenschmuck

Blumen und Blüten sind Ausdruck von Leben und Freude. Wenn wir Feste feiern, dann schmücken wir Haus und Räume mit Blüten und Blumen und jungem Grün. Das ganze Jahr über werden die Kirchen geschmückt mit Blumen und Pflanzen der jeweiligen Jahreszeit.

Sie weisen auf das Fest hin, das Christen mit jedem Gottesdienst begehen: das Fest der Auferstehung Jesu Christi. Zugleich wird damit ausgedrückt, dass das Schönste und Beste an Blüten und Blumen ins Gotteshaus gehören soll. In vielen Gemeinden geben Gemeindeglieder ihre schönsten Blumen als Schmuck für die Kirche.

Der Blumenschmuck sagt uns: Wir freuen uns, dass wir Gottes Botschaft hören können.

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Der Taufstein

In katholischen Kirchen steht der Taufstein in der Taufkapelle meistens neben dem Eingang der Kirche. In den evangelischen Kirchen hat der Taufstein vor dem Chorraum in der Nähe von Kanzel und Altar seinen Platz. Damit wird ausgedrückt, dass Predigt, Taufe und Abendmahl, das Wort und die beiden Sakramente, das hörbare und zweifach sichtbare Wort Gottes, zusammengehören.

Wenn der Taufstein wirklich aus Stein ist, erinnert er uns an den Felsen, aus dem Mose einst im Auftrag Gottes Wasser geschlagen hat (2.Mose 17,1-7).

Alte Taufsteine haben oft noch ein tiefes, großes Becken, in dem kleine Kinder Platz haben. Früher wurden die kleinen Täuflinge bei der Taufe im Wasser ganz untergetaucht ("Taufe" kommt von dem Wort "tauchen").

Heute sind diese großen Becken durch eine kleine Schale mit einer Wasserkanne ersetzt, die beide meist kunstvoll gestaltet und aus kostbarem Metall sind. Auch die Taufsteine selbst, aus Holz oder aus Stein, sind nicht selten Kunstwerke von Kunstschreinern oder Steinmetzen.

Der Taufstein sagt uns: "Wer glaubt und getauft wird, der wird gerettet" (Markus 16,16).

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Das Lesepult

In alten Zeiten wurde vor oder neben dem Altar ein Lesepult aufgestellt, um den Altar, der für Kommunion und Abendmahl gebraucht wurde, von Bibel und Bibellesung zu entlasten. In vielen Gemeinden wird diese alte Sitte wieder aufgenommen. Vom Lesepult aus erfolgt die sonntägliche Schriftlesung, oft von einem Lektor oder sonstigen Gemeindeglied.

Auch Bekanntgaben aus dem Leben der Gemeinde werden vom Lesepult aus gemacht. Wort Gottes und das Leben der Gemeinde gehören zusammen: Wort und Tat, Bibel und Leben. Die Lesepulte wurden vielfältig gestaltet. Schreiner, Holzschneider, Schnitzer und andere Künstler waren daran beteiligt.

Wenn am Fuß des Lesepults Ungetüme zu sehen sind, dann soll damit gesagt werden, dass das Wort Gottes, das darüber verlesen wird, über sie Macht hat. Wenn Engel, Stier, Adler und Löwe als Gestalten zu erkennen sind, dann sind das die vier Evangelisten Symbole, die auf die Verkündigung des Wortes Gottes hinweisen.

Lesepulte sagen uns: Lehre und Leben, Wort und Tat, Gott und Welt gehören zusammen.

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Die Grabdenkmäler

Nicht nur in der Krypta, auch im Chorraum und im Kirchenschiff sind in alten Kirchen oft Grabdenkmäler oder Grabplatten zu sehen. Und auf dem Friedhof um die Kirche gibt es sie, alte und neue, in großer Zahl. Die Grabmäler jeglicher Art zeugen von der Liebe des Lebendigen zu den Toten. Sie zeugen aber auch von der geistlichen Haltung und der Glaubenseinstellung der Leidtragenden.

Viele Denkmäler versuchen den Verstorbenen in Erinnerung zu halten und drücken Trauer, Hilflosigkeit und Hoffnungslosigkeit aus. Andere aber bezeugen durch lange Sätze und Inschriften, woher die Hinterbliebenen ihre Kraft holen.

Mit Bibelworten wie "Ich bin die Auferstehung und das Leben" oder mit Bekenntnissen wie "Jesus lebt!" oder mit Symbolen und Zeichen wie Palmzweig, Kreuz, A und O und anderen bekennen sie ihren Glauben an den Sieg Jesu Christi über den Tod.

Grabmäler sagen uns: Wir müssen alle sterben; aber Jesus hat den Tod besiegt.

 

Der Friedhof

Bei der Kirche oder auf einem Platz um die Kirche herum wurden früher die Verstorbenen begraben. In vielen Gemeinden ist das heute noch so. Man wollte die Toten bei sich haben. Man glaubte, dass sie zur Gemeinde der Vollendeten zählen und bei jedem Gottesdienst gegenwärtig sind.

Der Ort, an dem an die Toten „zur letzten Ruhe“ bettete, heißt darum Kirchhof (der Hof bei der Kirche) oder Friedhof (der Ort, an dem der Friede eingekehrt ist) oder Gottesacker (der Ort, an dem man die Toten Gott übergeben hat).

Auf dem Weg zum Gottesdienst musste man immer an den Gräbern vorbei. Es wurde an die Toten und an den Tod erinnert und durch die Grabmäler, wie auch durch die Predigt im Gottesdienst, an die Auferstehung von den Toten, die den wahren Frieden bringt.

Nichtchristen bestatteten im Allgemeinen ihre Toten außerhalb der Wohnbezirke. Diese Bestattungsweise ist leider heute in den Städten (und auch Dörfern) aus Platz- und Hygienegründen üblich geworden. Damit wird das Wegschieben von Krankheit und Sterben begünstigt, wodurch das Leben an Tiefe verliert.

Die Friedhöfe sagen uns: Im Leben und im Tod sind wir in der Hand Gottes.

 

Die Kunstwerke

In der Bibel steht der Satz: "Du sollst dir kein Bildnis noch irgendein Gleichnis machen … Bete sie nicht an." (2.Mose 20,4-5). Damit wird ganz eindeutig das Bilderanbeten verboten.

Damit ist aber nicht verboten, was sich seither in den Kirchen eingefunden hat. Die Bilder dort, häufig wahrhafte Kunstwerke (Gemälde, Fresken, Schnitzereien, Skulpturen usw.) wollen und sollen nichts anderes als biblische Geschichte oder die Geschichte Gottes mit den Menschen und seiner Kirche nacherzählen und damit verkündigen.

Für leseunkundige Gemeindeglieder waren Bilder und Plastiken sichtbare Predigten, die „Bibel der Armen“ (biblia pauperum). Die Totentänze zum Beispiel erinnern daran, dass alle Menschen sterben müssen; der Kaiser und der Bettler, der Papst und der Mönch, der Fromme und der Gottlose, und dass Gott Gericht hält. Andere Bilder weisen auf wichtige Persönlichkeiten in der Kirche hin (Heilige in der katholischen Kirche; Martin Luther und andere in der evangelischen Kirche).

Die Kunstwerke sagen uns: Gottes Geschichte kann man nicht nur hören, sondern auch sehen.

 

Das Kreuz

Das Kreuz gehört zur Kirche. An verschiedenen Stellen des Gotteshauses ist es zu finden: auf dem Turm, auf dem Altar, über dem Altar im Chorraum, in den Fenstern, auf Bildern und Skulpturen. Obwohl für viele das Kreuz zum Schmuckstück geworden ist, ist es doch mehr: das Kennzeichen der Christen, ein steter Hinweis auf den, der am Kreuz starb, Jesus Christus.

An manchen Kreuzen ist die Figur des Leichnams Jesu angebracht. Solche Kreuze nennt man „Kruzifixe“. "Kruzifixus" heißt: "Der an das Kreuz geheftete". Oft ist auf einem Schild oder Täfelchen über dem Körper Jesu zu lesen: INRI. Das heißt: "Jesus Nazarenus Rex Judaeorum" (Jesus von Nazareth, König der Juden; vgl. Johannes 19.19).

Das Kreuz hat in den verschiedenen Ländern, zu verschiedenen Zeiten und in den verschiedenen Kirchen vielerlei Formen bekommen. Ohne Kreuz in irgendeiner Form kann man sich eine Kirche nicht vorstellen.

Das Kreuz sagt uns: am Kreuz starb Jesus für mich und für alle Menschen.

› Weitere Informationen zum Symbol Kreuz

 

 

Literaturhinweise


  • Rommel, Kurt: Anker, Bibel, Christuszeichen ... Quell Verlag 1995
  • Binetsch, Albrecht (Hg.) Zum Gotteshaus, Messner-Handbuch 1974
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