Gesangbuch

Heinrich Heine machte sich lustig: Da hat er in einer Kirche Zahlen angeschlagen gesehen; weil er hier göttliche Weisheit vermutet, setzt er diese Zahlen in der Lotterie  und verliert natürlich. Wir wissen: Die Nummern geben die Lieder für den Gemeindegesang an.

Kannte man in den Klöstern Chorbücher mit Notenschrift, so entwickelte sich das Gesangbuch mit der reformatorischen Bewegung. Schon vor Luther kannten die hussitischen böhmischen Brüder ein gedrucktes Gesangbuch. Luthers Lehre wirkte besonders durch das Lied. Für das erste "Geistliche Gesangbüchlein" von 1524 mit 32 deutschen und 5 lateinischen Chorliedern schrieb Luther die Vorrede. Nur gut 10 Jahre nach dem ersten evangelischen Gesangbuch erschien das erste gedruckte katholische. Bald gab es in jeder Herrschaft eigene Gesangbücher. Sie geben in der Regel für die Gemeinde nur den Text wieder. Die Kunst, Noten zu lesen, war nicht sehr verbreitet.

Das Gesangbuch heute

Erst um die Wende zum 19. Jahrhundert werden einstimmige Melodien mitgegeben. Wo anglikanischer Einfluss in Gemeinschaften und Freikirchen vorhanden ist, gibt es auch vierstimmige Notensätze. Die Gesangbücher wachsen schnell auf Sammlungen von mehreren 100 Liedern an. Selbstverständlich zollen sie dem Zeitgeist Tribut. Das erste Unionsgesangbuch in Nassau, nach der Vereinigung der lutherischen und reformierten Kirche 1817, enthält Lieder von August Ludwig Christian Heydenreich, er war leitender Bischof in diesem Herzogtum, alle seine Lieder und er selbst sind heute vergessen.

Am häufigsten vertreten sind bis in die zwanziger Jahre dieses Jahrhunderts die Lieder von Paul Gerhardt, erst im weiteren 20.Jahrhundert hat ihn Martin Luther von der ersten Stelle verdrängt. Die Lieder Ernst Moritz Arndts dagegen finden sich in Gesangbüchern der Zeiten vor und im Kriege reichlich, und sie verschwinden in der Nachkriegszeit fast völlig. Das heutige evangelische Kirchengesangbuch ist 1950 erschienen, mit einem Stammteil von 394 Liedern für alle Kirchen in Deutschland. Es hat nun vierzig Jahre hervorragenden Dienst getan. Um den neuen Liedern Rechnung zu tragen, die seit den siebziger Jahren verstärkt entstanden, haben sich Gemeinden mit Liedblättern, die Landeskirchen mit Beiheften beholfen.

Weitere Informationen zum Gesangbuch:

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› Gesangbuch bei Wikipedia

 

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