Der Glaube kann Berge versetzen

Bedeutung:

Man muss nur fest von etwas überzeugt sein, dann kann man es auch verwirklichen.

Erläuterung:

Diese Redewendung will sagen, dass man enorm viel leisten kann, wenn man an den Erfolg glaubt.

Beispiel:

Du musst einfach daran glauben, dass du es schaffst; denn der feste Glaube kann bekanntlich Berge versetzen.

Bibelstelle:

1 Kor 13,2: „Und wenn ich prophetisch reden könnte und alle Geheimnisse wüsste und alle Erkenntnis hätte; wenn ich alle Glaubenskraft besäße und Berge damit versetzen könnte, hätte aber die Liebe nicht, wäre ich nichts.“

Kommentar:

Die von Paulus gebrauchte Metapher im Hohen Lied der Liebe (1 Kor 13,1-13) will die vorrangige Bedeutung der Liebe gegenüber allen anderen Charismen herausstellen. Ähnlich wie Jakobus, der in Jak 2,14-17 den Wert des Glaubens ohne entsprechende Werke relativiert, betont auch Paulus, dass der Glaube nicht so wichtig ist wie die Liebe.

Für Jesus scheint der Glaube jedoch eine vorrangige Bedeutung gehabt zu haben, da er als eine Voraussetzung zur Ausübung magischer Kräfte und Wunderheilungen angesehen wird. In Mt 21,18-21 demonstriert Jesus die magische Kraft des Glaubens, indem er vor den Augen der Jünger einen Feigenbaum verdorren lässt. Je größer der Glaube, desto stärker sind die Heilkräfte.

„Als die Jünger mit Jesus allein waren, wandten sie sich an ihn und fragten: Warum konnten denn wir den Dämon nicht austreiben? Er antwortete: Weil euer Glaube so klein ist. Amen, das sage ich euch: Wenn euer Glaube auch nur so groß ist wie ein Senfkorn, dann werdet ihr zu diesem Berg sagen: Rück von hier nach dort, und er wird wegrücken. Nichts wird euch unmöglich sein“ (Mt 17,19-21). Vgl. auch die Parallelstelle Mk 11,22-24!

Bereits bei Ijob kommt das Sprachbild vom „Berge versetzen“ vor: „Er (Gott) versetzt Berge; sie merken es nicht, dass er in seinem Zorn sie umstürzt“ (Ijob 9,5). Allerdings kann dies im Weisheitsbuch nur Gott im Zorn und nicht der Gläubige.

Anwendung:

Wer durch seinen Glauben Berge versetzen kann, erreicht kraft seines starken Glaubens und seiner unerschütterlichen Hoffnung ungeheuer viel.

 

 

Literaturhinweise


  • Steger, Heribert: 333 biblische Redensarten. Pattloch Verlag 1998
  • Die Texte der Bibel wurden in der Regel zitiert nach der Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift. Stuttgart 1980
  • Mieder, Wolfgang: Die biblischen Sprichwörter der deutschen Sprache. Sprichwörterforschung Band 8. Bern 1987
  • Schäfer, Heinz: Biblischer Zitatenschatz. Stuttgart 1994
  • Krüger-Lorenzen, Kurt: Deutsche Redensarten und was dahintersteckt. München 1996
  • Wolkenstein, Daniel: Das neue Buch Redewendungen. Ein fundiertes Nachschlagewerk für jedermann. Wien 1997
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